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Bild- und Zeiterfassung Nha Trang

Auf Irrwegen haben wir eine touristische Attraktion entdeckt. Zu zweit in einer Holzbadewanne mit heissen Schlamm. Komisch aber wenn es schön macht ;) . Es war auf jedenfall lustig zu erfahren wie das sich so anfühlt. Natürlich mit hunderten von Vietnamesen um einen.

Im Bus und Schlamm liegen

Reisen in Vietnam ist ein Abenteuer für sich, selbst wenn wir in Vietnam leben. Bucht man keine Tour, sondern nur eine Hin- und Rückfahrt nach Nha Trang, muss man sich erst mal im Bus-Wald im Backpacker-Viertel durchkämpfen. Neben einem Wald von Bussen quetschen sich noch zahlreiche Reiseunternehmen. Phuong Trang, Hanh Travel, Sinh Travel und T.M. Brothers, um ein paar Große genannt zu haben. So, wie finden wir nun unseren Bus, wenn das Reisebüro, in dem wir die Bus-Tickets gekauft haben an Tet zu hat? Ein Glück steht auf den Tickets eine Nummer des Reisebüro Direktors, Herr Cong. Beim ersten Anruf hat er gleich mal aufgelegt! Wenn man hier was will, da muss man hartnäckig bleiben. Nach dem zweiten Versuch, rückte er schon mal einen Namen des Busunternehmens raus — Phuong Trang. Pustekuchen, ein Mitarbeiter von denen konnte mit unseren Tickets nichts anfangen. Es war schon nun kurz vor Acht und um Acht ist Abfahrtszeit nach Nha Trang! Dritter Anruf: “Ich habe bei Ihnen ein Ticket gekauft, in ihrem Büro!” Blitzartig änderte sich seine Tonlage und er sprach mit mir, man mag es kaum glauben. So kamen wir doch noch zu unserem Bus. Einem Liegebus. Für ca. 400km brauchten wir knapp 12 Stunden. Saigon, Phan Tiet, Mui Ne, Phan Rang und dann endlich in der Nacht Nha Trang erreicht. Man könnte nun denken, Nhan und Bine dürfen sich nun gemütlich in ein Hotelzimmer einquartieren. Doch Pustekuchen die Zweite! Das vorreservierte Hotel, das wir schon vor 1 Monat von unserer Ankunft informierten, antwortete am Telefon nur mit einem “ausgebucht”. Kein Hotel also, nun mussten wir noch ein Hotel finden, und das an Tet. Aber erfahrungsgemäß bekommt man egal an welchen Feiertagen ein gutes, preiswertes Hotel oder Gästehaus. So war es auch gewesen. In einer kleinen Seitengasse (vietn. Hẻm) fanden wir nach 30 min. Suche ein kleines Gästehaus mit dem Namen “Diva”. Der Besitzer war zufälligerweise ein deutscher Landsmann, mal wieder.

Der Helmut aus Ostdeutschland mit seiner vietnamesischen Frau haben sich ein echt schnuckliges Gästehause aufgebaut. Man sieht an der Einrichtung die deutsche Maßarbeit und die Liebe zum Detail. Also wer mal in Nha Trang vorbei kommt und die Lebensgeschichte von Helmut hören will, macht einen Stop im Gästehaus Diva (Hung Vuong Strasse 12/24A). Schaut aber das ihr rechtzeitig euch ankündigt, denn 8 Zimmer sind schnell ausgebucht. Eine Webseite hat das Gästehause noch nicht, so Helmut zu uns.

Was gibt es noch sonst eigenartiges zu berichten? Ah ja, die Seilbahn nach Vinepearl Island. Wer riesige schwarzköpfige Menschenlavinen nicht bevorzugt, lässt es lieber bleiben oder ist am Morgen der erste an der Pforte zur Seilbahn. Da spricht man nicht mehr von Kollektiver Intelligenz sondern von verdummter Batch-Verarbeitung. Wie mit Schneeschiebern werden die Massen von einer Stelle zur anderen Stelle geschoben. Wer nicht die Geduld für die unendliche Warteschlange zur Seilbahn hat, darf alternativ die Fähre nehmen. Die Hilfskräfte sind dem Ameisenhaufen und -Straße hilflos ausgeliefert. Da helfen auch keine Abgrenzungen oder Geländer. Bine’s Gesicht war zwischendurch einfach nur ausdruckslos vor so vielen Menschen. Es ist nicht mal die Masse, sondern manch Vietnamese bildet sich ein, er sei alleine in einer Warteschlange. Dieser Irrglaube führt dazu, dass sein Ellenbogen, Füße, überfüllten Taschen mit Nahrung, die Person neben ihm in die Quere kommt. Dazu kommt noch, dass Toiletten anscheinend für mancheiner nur zur Dekoration existieren. Hinter unserer Sitzbank auf der Fähre (wir konnten die Warteschlange leider nicht erdulden) entlies eine Mutter indirekt die Harnflüssigkeit ihres Babies auf den Boden, obwohl der Raum für solche Bedürfnisse gleich 3 Schritte entfernt lag. Übrigens, im Liegebus hatte eine Frau ihr Bedürfnisse auch nicht lange auf sich warten lassen und ihr Revier an den Stufen der hinteren Bus-Tür makiert, was als weibliches Wesen schon mal zu kritisieren wäre.

Auf der Vinepearl Insel gibt es eigentlich nichts besonders, was 0815 Touristen wie wir noch nicht kennen. Doch es braucht 28 Jahre eine Wasserrutsche mit Gummi-Matte, weitere Rutschen (gelb, blau, schwarz und grün)  zu testen. Meine letzte Rutsch-Erfahrung liegt im Mirama. Unterhaltung gibt es in Vietnam immer, es braucht nur eine handvoll Einheimische und der Spaß kann beginnen. Augen auf machen, beobachten und die kulturellen Eigenarten der Bewohner mit einem Lächeln auf sich einwirken lassen.

Das war der erste Teil von Nha Trang. Ein zweiter folgt eventuell. Sitze gerade in der Diva-Lobby und das verdaute Essen im Magen ruft. Was der Schlamm im Titel zu tun hat? Das nächste mal, bis dahin xin chào!

Mondkalender sagt Hallo!

Guten Tag, ich bin der Mondkalender!

Üblicherweise befinde ich mich im asiatischen Kulturkreis, bin das Gegenstück vom Julius Kalender. Mein Jahr startet etwas später als der von Julius.  So um Mitte Februar. Dieses Jahre darf ich mich am 14. Februar laut Julius Nase zeigen. Für mich ist es natürlich der 1.1.2010. Gleichzeitig begrüße ich auch den Tiger. Er nimmt Platz ein für den Büffel.  Damals hat so ein Mann mit vielen Namen u.a. Buddha, Tiere zu einer Party eingeladen. Doch es kamen nur zwölf. Resultat, jeder kommt dann einmal im Jahr dran und darf sich von seiner besten Seite zeigen.  So sagt eine Legende. Wer es etwas komplexer haben möchte, Wikipedia gibt dazu auch etwas Senf.

In Vietnam nennt man mich auch Tết. Wegen mir bekommen dann Kinder neue Kleider, Geldgeschenke, Ahnen werden angebetet und man hat dort fast eine ganze Woche frei. Verwandte werden besucht und es gibt ganz viel zu kaufen und zu verschenken. Alle Läden sind voll mit rotfarbenen Produkten. Denn Rot ist irgendwie allgegenwärtig, je weiter man nach Osten blickt. Obwohl ich der Mondkalender bin, sollte alles wohl eher Weiss sein, oder nicht? Etwas patrotische Farben kann ich ja erlauben. Weiss und Grau ist dann doch etwas langweilig. Da freut sich die Frau Kollegin Sonne. Rot, goldig und prächtig, mal wieder… Mein Namensgeber steht wieder immer etwas weiter im Hintergrund. Er ist halt doch ein Nachtkind.

Roter Geldumschlag für "Lucky Mondy"

Viele Varianten der roten Geldumschläge für "Lucky Money". Geld das Glück bringen soll.

Dann sagt der Mondkalender auch wieder tschüss. Habe noch viel zu tun bevor der 14. Februar (1. Januar) startet. Und vergesst nicht den Tiger von mir zu grüssen.

Erkundungen und Brandwunden

Nein, wir haben uns nicht an den Weihnachtskerzen verbrannt. Könnte man aber meinen, nach all den Feiertagen.
Diese Feiertage haben wir uns entschieden in Phu Quoc zu verbringen. Die Insel hat einen speziellen Hintergrund, weshalb ich unbedingt hin wollte. Unsere Eltern haben 2 Jahre auf der Insel gelebt. Genauer gesagt, in An Thoi, die größste Stadt im Süden der Insel. Weihnachtsurlaub machen und die Fußspuren der Eltern zurückverfolgen, eine spannende Sache für 4 Tage.

Die Anreise lass ich mal weg. Obwohl es auch ein paar Worte wert wäre. Stichwort Visa, sage ich da nur.

Das Moloch Saigon hinter uns gelassen und das rot-erdige Phu Quoc betreten. Natürlich nur bildlich gesprochen. Sind nicht mit dem Schiff hin, sondern bequemerweise mit dem Propeller-Flugzeug. Was schon mal einen gewissen nostalgischen Flair ausmacht (Seht ihr noch auf den Bildern). Phu Quoc hat ca. an der längsten Stelle 50km Durchmesser, die wir natürlich von Kopf bis Fuß erkunden wollen. Daher haben wir uns gleich bei Ankunft ein “Motorbike” gemietet. Gleich für 3 Tage.

Nach der ersten Nacht auf der Insel und einer nicht-funktionierenden Klimaanlage, haben wir uns um 9.30 Uhr auf den Weg gemacht. Eine Honda RS der älteren Generation, war unser fahrbarer Untersatz. (Kommentar Bine, nicht zu vergessen der Überlebenskampf gegen die glorreichen drei Kakerlaken). In Richtung Süden entlang der West-Küste, erst mal an ein paar Perlen-Farmen vorbei. Auf Kies-, Rotem Sandboden und renovierfähigen Asphalt-Strassen, kamen wir dann irgendwann in An Thoi an. Ein kleines verschlafenes Fischerdorf mit recht wenig Touristen, verglichen zu Duong Dong. Danach wieder Kehrt Richtung Norden auf einer “richtigen” Straße. Auf dem Weg entdeckten wir ein kleines Paradis. “Bai Sao” — Sternenstrand. Weisser feiner Sandstrand mit unterschiedlichen Blau-Nuancen. Türkis, Blau, Tiefblau…

Leider kann man diese Farben nicht auf den digitalen Geräten bannen, so sagt Bine immer wieder.

Der zweite Tag war leider nicht so spannend. Von Duong Dong aus in Richtung Norden, hat Phu Quoc leider nicht so viel zu bieten. Wer es natürlich haben möchte, kommt da sicherlich auf seine K0sten.

Der dritte Tag war kurz und knapp. Wir wollten zum Wasserfall “Suoi Tranh”. Doch kurz vor dem Parkplatz hat der Sandweg dem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht. Rutsch und plötzlich lag das Bike da. Ich sah natürlich nicht, was hinter mir passierte. Sah nur Bine wie sie neben mir steif stand und mich anstarrte. “Kein Problem, ist ja nix passiert”, sagte ich ganz sicher. Doch ein Blick auf ihr rechtes Bein, zeigte mir das Gegenteil. Dicke Brandwunde (vom Auspuff)  von der Kniekehle bis zum Fußknöchel. Oops, was nun, dachte der Nhan. Als ich dem Parkwächter die Brandwunde zeigte, sagte er sofort “Nuoc Mam”, Fischsauce. Die sollte also helfen. Nicht nur er, sondern auch die anderen Gaffer nickten und riefen im Chor “Nuoc Mam”. Mit einer Flasche Nuoc Mam zurück, überzeugt ich Bine, dass das Zeug bestimmt hilft. Angeblich gegen Narbenbildung. So streckte Bine ihr Bein und er lies das Wunderheilmittel (wohl gegen Alles) auf ihr Bein fliessen. Nach Bine’s Gesichtsausdruck, musste es verdammt brennen. Wasser, Cola und Hängematte halfen den Kreislauf wieder auf Trab zu bringen. Aus dem Wasserfallbesuch wurde nun nichts. Nur noch zurück, eine Apotheke aufsuchen.

Ein Krankenhaus, das nicht wirklich nach einem aussah, machte die Erstversorgung. Jod direkt auf die offenen Brandwunden. Der Krankenhelfer hieß mit Nachnamen wohl Grobmotoriker. Autsch.

Gegenüber war glücklicherweise gleich eine Apotheke (in vietn. Nha Thuoc Tay, Haus der westlichen Medizin).
Nach Nuoc Mam, sollte eine Wundspraydose helfen.

Nun sitzen wir hier am PC in Phu Quoc, Bine mit dem ausgestreckten Bein neben mir. Morgen geht es wieder zurück nach Saigon. Erkundungen, Entspannung und ein vietnamesisches Branding sind unsere Erinnerungen von dem ersten Mal auf Phu Quoc.

Urlaub ist Erlaubnis

Nach knapp acht Monaten Vietnam habe ich nun hoch offiziell meinen ersten Urlaub hinter mich gebracht. Nicht ganz freiwillig, sondern mit einem driftigen Grund. Dieser Grund nennt sich Besuch aus Deutschland. Genauer gesagt, der Giang (das letzte Kind meiner Eltern, der Achte sozusagen) ist gekommen. Im Schlepptau hatte er seine Freundin dabei. Nach zwei Monaten Down-Under ist ein Zwischen-Stop beim Bruder in HCMC natürlich ein Muss. Ganze vierzehntage (was natürlich für Vietnam viel zu kurz ist) war er hier. Aber es hatte gereicht einen Teil dieses wunderbaren Landes zu sehen. Mit dem Cousin nach Biên Hòa, dem Geburtsort mancher Geschwister und mir, haben wir erst mal die wichtigen Dinge gemacht. Und zwar Verwandte besuchen. Nach zwei Tagen Blutsverwandten-Marathon-Besuche, ging es dann am Dienstag den 8. Dezember erst richtig los. Wir hatten über unseren Onkel einen Kontakt, der einen Fahrer entgeltlich zu Verfügung stellte. Ein genaues Ziel hatten wir nicht wirklich. Mũi Né und Đà Làt dachten wir uns. Am Ende kam noch Phan Rang hinzu. Hier die Strecke ab Biên Hòa nach Đà Làt.

Die Schönsten/lustigsten Momente aufgelistet:

  • Gitarre spielen mit Paul (Hotel-Besitzer)
  • Kurz Stop an einer Küstengegen namens Cà Ná (schönster bis her)
  • Elefant streicheln im See Hồ Tuyền Lâm (fantastischer See in Đà Làt)
  • Serpentienen (vietn. Đèo) nach Đà Làt
  • Gottesanbeterin sich an meiner Hand festklammert
  • Unser Fahrer sich über meine Freundin freut als Sie nach einem Phở Bò Restaurant ruft

Natürlich alles zusammen mit Freundin, Giang und Jule. Heute ist wieder Montag und ein Arbeitstag ist wieder vorbei.

Das sagt Wiktionary übrigens zu Urlaub:
Bedeutung: die vom Arbeitgeber dem abhängig Beschäftigten oder Dienstherrn dem Unterstellten gewährte Freizeit in Höhe von einem oder meist mehreren Werktagen

Herkunft: von erlauben, ursprüngliche Bedeutung also Erlaubnis; ursprünglich ein militärischer Begriff

Dann Danke ich mal meinem Arbeitgeber für die Erlaubnis.


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