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World Information Institute “Deep Search” Bericht 2008

Zahlreicher Input, knapp 6 Seiten Notizen, eine Nacht ohne Schlaf…

Grund dafür war die Konferenz Deep Search veranstaltet vom World Information Institute. Dann starte ich schon gleich mal mit dem Keynote Speaker Paul Duguid (Berkeley, California). Kurze Hintergrundinformationen zu Paul.

In einer rasenden Geschwindigkeit flog er über die Geschichte der “Suche” nach Informationen. Wie haben die Menschen die Zeit vor Christus und nach Christus Informationen gespeichert und nach Informationen gesucht. Bis natürlich in die Gegenwart, die Zeit der Suchmaschinen und dem Web als digitales Informationsgedächtnis. Es wurde das Suchtool Grep und IStor genannt, jedoch habe ich keine Links dazu oder genaueren Informationen. Grep als Linux Befehl oder dem Windows Grep Tool um Dokumente, Ordner zu durchsuchen, leider war das unklar. Istor sei eine Plattform, um wissenschaftliche Informationen zu suchen.

Notiert habe ich mir Anmerkungen wie:

“Every generation claim to be the first generation which have to overcome the information problem, the first generation which does’nt claim will be the first” (sinngemäß)

Er nannte das Jahr 1925 als Zeitpunkt, in dem “world information changed its sense” von Quantität zu Qualität. Also bedeutet das, dass vor 1925 noch nicht eine wirkliche Infragestellung von der Qualität der Information in der Gesellschaft existierte. Denn nach der Erfindung des Buchdruckes war die Menge an gedruckten, also auch kopierten Büchern, ein Hinweis dafür, dass es sich um eine verlässliche Quelle handelt musste. “The Amount of Copies was an issue of Reliablity” (sinngemäß). Dabei machte er die Anmerkung über die fehlende kritische Urteilsfähigkeit in Google Books. Also woher sollte der Sucher nach Informationen bei Google Books wissen, dass es sich um ein “gutes” oder “schlechtes” Buch handelt. Doch sehe ich das heute eigentlich nicht so. Es gibt die Möglichkeit der “Recitations” über ein Buch direkt auf Google Books zu hinterlassen. Ebenso haben Bücher, die ich bisher gefunden habe, eine Literaturnachweis oder ich bin über “analoge” Bücher auf sekundär Literatur gestoßen, die ich dann in Google Books gesucht habe. Also kann man das so nicht pauschal sagen. In einem Punkt muss ich ihm Recht geben. Die lineare Suchergebnisliste stellte eine Priorisierung der Ergebnisse dar, so dass – wie auch in den normalen Suchergebnissen – das erste Buchergebnis als Bestes anzunehmen sei. Dieses Problem, der visuellen Darstellung von Suchergebnissen wird auch von Gon Zifroni und Tsila Hassine in der Konferenz erwähnt.

Laut Duguid existierten Informationen immer in einem Zirkel, den Zirkel der Wissenschaft, des Interessensgebietes oder einem eigenen Hobby. Um Zugang zu diesem Zirkel zu haben, mussten man in diesen Zirkeln hineintreten und kann dort beginnen zu suchen. Heute sind wir frei von Zirkeln. Browser auf machen, ins Suchfeld etwas eintragen und schon hat man etwas gesucht.

Human are good in get ridding of constraints out of resources” (sinngemäß). Das bedeutet, dass Menschen Beschränkungen gut beseitigen können. In Bezug auf Informationen, wurde das Beispiel mit Zeitungen genannt. 1908 wurde gesagt, dass es wohl unmöglich sei Informationen einer Zeitung herauszunehmen (Beschränkung). Doch heute wissen wir das es geht.

An einer Konferenz ist es oft schwierig, mit dem Redner direkt zu sprechen. Sicher, es gibt die Möglichkeit am Ende das Frage- Antwortspiel doch wird aufgrund von Zeitmangel nicht mehr gefragt oder man denkt, dass seine Fragen unpassend sind. Duguid hat den Punkt Openness erwähnt, dessen Konzepte wir heute als Open Source, freier Zugang zu Informationen oder Wikipedia kennen. Er sagt, dass es zwei Bewegungen geben wird.

  1. closed to science (Hiermit ist gemeint, dass nur jahrhundertalte Wissenschaft Anspruch auf Qualität hat)
  2. go open (Information für alle von allen)

Warum geht nicht beides zusammen? Das sehen wir doch an der Kooperation von Flickr mit einigen Bibliotheken wie der Größten Library of Congress, dass die Weisheit der Masse nutzt, um ihre digitales Bildmaterial mit Metadaten anzureichern. Wissenschaft nutzt freie Kanäle.

Im Zusammenhang mit freier Information, kam natürlich Wikipedia mit ins Gespräch. Dabei wurde auf der Punkt “Truth of Source” angesprochen. Die Masse als Kollektive Intelligenz, so dass Wikipedia als vertrauenwürdige, wahrheitswürdige Quelle dient? Die Diskussion über die Zitierfähigkeit von Wikipedia wurde schon in meinem Artikel und dem Blog histNet angesprochen. Duguid machte dabei ein Vergleich, den ich sehr in Frage stelle. Wikipedia wird oft mit der Entwicklung von Open Source Software verglichen. Jedoch sagt Duguid dass, beim schreiben eines “Codes” und dem schreiben eines Artikels ein wesentlicher Unterschied vorliegt. Wenn der Code nicht valide ist, dann schreit der Compiler. Bei einem Artikel hingegen, wird dieser jedoch nicht überprüft. Hierbei heißt er den deutschen Wikipedia Ansatz der Qualitätsüberprüfung durch freie Editoren willkommen. Doch der Vergleich hinkt doch total. Text basiert auf Sprache und somit einem gelieferten Syntax, den ein Autor und andere in Wikipedia nutzen um ihre Artikel zu verfassen. Der Artikels kann je nach Schreibfertigkeit lang oder kurz sein, jedoch mit dem gleichem Sinn bzw Inhalt. Das weiß jeder Schüler, der einen längeren Aufsatz geschrieben hat. Und am Ende steht natürlich der Leser wie er den Text versteht (interpretiert und somit compiliert). Manche verstehen ihn richtig und manche falsch. Fehler können nur Spezialisten erkennen. So ist es auch bei Open Source Software Entwicklung. Die Programmiersprach gibt dem “Autor” ein Syntax, das Vokabular eine Klasse, Methode zu schreiben. Der Compiler macht sicher bei groben Fehlern ein Errorreport, doch kann er bei Endlosschleifen, Sicherheitslücken nicht viel dazu beitragen. Das muss der Programmierer oder andere selbst merken. Bug fixen und eine neue Version einchecken. Am Ende wacht das Team über die Qualität der Software und natürlich die Benutzer und Tester. Das es schwarze Schafe (beabsichtigt oder unbeabsichtig) gibt, ist nicht zu vermeiden. Auch bei Wikipedia und in der Wissenschaft nicht.

Soviel zum ersten Vortrag. Weitere Berichte und Kommentare folgen zur Deep Seach Konferenz.

Nachtrag vom 22.11.2008:
Link zur Video-Aufnahme von Paul Duguid

2 Comments »

  1. [...] hervorragend. Weitere Berichte gibt es u.a. beim Institute of Network Cultures, beim ORF und bei Nhan Vu. Ein erweiterter Tagungsband auf deutsch und englisch folgt im [...]

    Pingback by “Deep Search”-Dokumentation online at netzmedium — 22 November 2008 @ 21:12

  2. [...] hervorragend. Weitere Berichte gibt es u.a. beim Institute of Network Cultures, beim ORF und bei Nhan Vu. Ein erweiterter Tagungsband auf deutsch und englisch folgt im [...]

    Pingback by “Deep Search”-Dokumentation online — 29 November 2008 @ 22:44

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