inicio mail me! Abonnieren

Was haben die SBB, NEON und Medienabhängigkeit gemeinsam?

So sitze gerade im Zug der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) in Richtung Zürich. Am Bahnhof in Freiburg noch was zum Lesen gekauft. Nach langer Zeit mal wieder was Analoges lesbares in der Hand. Die NEON und eine Schweizer Zeitung, Namen kann ich gerade nicht nachschauen, da es samt Koffer auf der Kofferablage liegt. Ich muss sagen, es hat schon etwas an sich, ein Stück mehrlagiges Papier in der Hand zu halten. Die Inhaltsangabe zu überfliegen und „schnell” zu einem bestimmten Thema zu blättern. Ja blättern, das ist das richtige Wort. Sich Zeit nehmen und im Gedanken bahnt sich das Thema an. Geschmacklich schon in der Inhaltsangabe angekündigt und nun das Blättern als gedankliche Duftnote, breitet sich im Kopf aus. Doch am Ende fange ich doch mit der Vorspeise an. Von Artikelgang zu Artikelgang taste ich mich durch und finde hier und etwas Appetitliches. Apropos Appetitliches, der Bericht über die Legalisierung von Mariuhana macht Lust auf Mehr. Nicht das ich mich hier als Liebhaber der weiblichen Hanftpflanze oute, doch was im Staate Kalifornien so ab geht, ist recht unterhaltsam. Marihuana in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Banane, Lavendel, Blueberry und noch einige mehr Sorten, dessen Zusätze ich vorher nicht mal beim Namen kannte. So wachsen sogenannte „Apotheken” nur so aus dem Boden, Häuser werden zu „indoor” Plantagen umgebaut und Jungunternehmer finden neue Einkommensquellen. Dass sich dabei Bundes-Regierung und Kalifornien in die Haare kommen ist klar. Regierung sagt Nein zu Marihuana. Aber wo Geld „legal” zu machen ist und viele Steuereinnahmen in die Staatskassen fließen, ist der politische Schrei ganz leise. Bei jährlichen Milliarden Umsätze mit dem grünen Stoff will natürlich jeder sein Häppchen davon ab haben.

Ja, und vor kurzem ist in Österreich auch die Rede von der „Legalisierung” von Marihuana im Umkreis. Gesetzlich, glaube ich auch schon verankert. Nur Fragen wie, wer darf Anbauen, wer kontrolliert diesen etc. sind noch zu klären. Sehr kritisch da es ja nicht wirklich ein Patent auf Marihuana existiert. Außer ein Apple-Trittbrettfahrer maßt sich das an.

Ja so blätterte ich weiter durch die NEON. Muslimische Männer werden auch zwangsverheiratet, MEMORY-BOXES in Süd-Afrika helfen HIV-Kranke über den Tod hinaus und es soll eine Krankheit namens „Medienabhängigkeit” geben. Alter Walter, dachte ich mir. Die Wissenschaftler und Ärzte, die den Schrott erfunden haben, langweilen sich oder sehen sich in ein paar Jahren vor dem Arbeitsamt Schlange stehen. Suchtgefahr der Mediennutzung. Und dann auch gleich noch ein Verband gründen namens „Fachverband der Medienabhängigkeit”. Junge Junge, gerne würde ich mal ihre Therapie sehen bzw. wie so eine Diagnose aussehen soll. E-Mail und Chat in der Firma verboten wegen Rückfallrisiko. Die Facebook Website wird geblockt und Freunde einladen in StudiVZ nicht mehr erlaubt. Bei starken Suchtanzeichen wird ein Zwangsurlaub verschrieben. Ach ja, Bücherlesen ist natürlich auch verboten. Und was ist mit der Sprache? Reden auch verboten. Ab in den Dschungel. In diesem Sinne, Notebook ausschalten und aus dem Zug-Fenster starren. Zürich kommt näher. Mit der NEON und dem Notebook auf dem Schoß.

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare.

RSS Feed für diese Kommentare TrackBack-URL

Hinterlasse ein Kommentar