Nach einem Tag nur in der Wohnung rumhängen, ging es heute am Sonntag um 9:30 Uhr zum Angeln. Boomy die Frau von meinm Chef teilt mit mir die Leidenschaft zu Fischen. Wir veinbarten am Freitag ein Termin und so ging es mit dem Motorbike samt Angel-Equipement in Richtung Hoc Mon, nordwestlich von meiner Wohnung und dem Büro. Nach 30 Minuten Fahrt sind wir an einer sehr ländlichen Gegend angekommen. Abseits der Hauptstraße ins Feld hinein und etwa nach 300 Metern lag ein kleines Haus umkreist von kleinen Fischteichen. Das Motorbike-Kennzeichen wurde aufgenommen und ich suchte uns gleich die schönste Stelle zum Fischen aus. Jede Angel-Stelle hatte einen kleinen rechteckigen Pavillion. Das Dach mit vertrockneten Palmblättern gedeckt und der Boden sauber gefliest. An zwei Säulen war eine Hängematte aufgespannt, diese mich gleich einladen anlächelte. Ich also gleich in die Hängematte und Boomy packte die Angeln aus und bereitete alles nötige vor. Ich bekam die kleine Angelrute und Boomy als Profi eignte sich die Größere an. Ich schaute interessant bei der Ködervorbreitung zu. Ich dachte bisher man verwendet Würmer, Fleisch oder Insekten als Köder. Doch Boomy hatte zwei Sorten an Pulvern, die sie mit etwas Teichwasser anreicherte und knetete aus diesem Zeug eine zähe Masse. Mit dieser Masse liesen sich dann kleine Kugeln formen, die wir dann an den Angel-Haken aufspießen konnten.
Der Magen knurrte bei mir gleich und ich bestellte mir zum Frühstück Reis und Hähnchenflügel in Fischsoße gebraten. Leider gab es kein Pho. Beim Essen hatte ich dann meine Augen nur dafür und vergaß meine Angelrute zu beobachten und schwupps ist es passiert. Der Köder samt Angelrute wurde von einem dicken Fisch in den Teich gezogen. Der Tag fing schon mal gut an. Wir riefen einen Angestellten des Restaurants und baten ihn um hilfe. Er natürlich nicht gerade begeistert gewesen, rief einen anderen Kollegen, der schon nass war. Dieser ohne zögern stieg ins Wasser und watschte ein paar Meter durch den Teich aber ohne Erfolg. Wir drange ihn doch bitte noch weiter zu suchen, nachdem er meinte dass es aussichtslos sei noch weiter zu suchen. Nach ca. 10 Minuten zog er 10 Meter am anderen Ende des Teiches die Angelrute aus dem Wasser. Ich war sehr erleichtert, denn die Rute gehörte Boomy. Dennoch war die Angelrute etwas demoliert. Aber war nicht so schlimm meinte Boomy: “ich muss noch viel lernen”, sagte sie. Nach dem einen Fehler folgte der nächste. Auf Boomy’s Kommando zog ich fest an der großen Angelrute, da der Schwimmer sich bewegte. Ich mit aller Kraft gezogen und was passiert? Das Gewicht mit Haken fliegt rückwärts hinter meinen Rücken auf den Dach des Pavillions, über diesem die Stromleitung verläuft. Angelschnurr hat sich gleich ein paar mal um die Stromkabel gewickelt und Haken hat sich auch verfangen. Tolle Wurst….
Boomy: “You don’t bring me luck today”. Und so war es auch gewesen. 9 Stunden nix gefangen. Aber davon liesen wir unsere Laune nicht vermiesen und haben Hot Pot bestellt und tranken unser kaltes Bier. Am Ende hat das Glück es doch gut mit uns gemeint. Einen 1.25 kg schweren Fisch (eine Welsart, laut Internetsuche müsste es eine Waller sein), der jetzt in meinem Gefrierfach für den nächsten Verzehr auf mich wartet.
P. S.: Kiemen und Flossen von Fischen bewegen sich auch noch nach dem Ausnehmen.




