… Nächste Woche sind es dann schon 2 Monate. 2 Monate Leben in Vietnam und ich merke, es hat sich was getan. Gestern habe ich mir die Frage gestellt: “Könnte ich für immer hier (Vietnam) leben?”. Nicht, dass ich diese Frage mir noch nie gestellt habe. Nur war das in Deutschland und damals hatte ich es ganz klar mit “Nein” beantwortet. Eine voreilige Antwort ohne zu wissen wie Vietnam wirklich ist. Oh dieser Kommunismus, diese Gaunereien, diese Touristenausbeute und was ich alles so von Vietnam gehört hatte. Nein, da wollte ich nie leben. Doch irgendwie hat es mich doch hier her gezogen. Ja es ist hier anders. In den Straßen ist ständig was los, das Leben pulsiert 24/7/. Hier machen sich die Menschen andere Gedanken als in Deutschland. Die Sorgen und Nöte sind anders gestrickt und das Denken ist durch Vorgeschichte und mangelnder Bildung geprägt. Eigenständiges Denken ist Zukunftsmusik in Vietnam. Bist du älter bedeutet, dass Du hast mehr Erfahrung und Wissen ohne Widerrede. Blindes Vertrauen in angebliche Weisheit bildet das Fundament für Unwissenheit, Armut und Krankheit. So dreht sich die Mühle weiter und die Menschen leben von der Hand in den Mund (ist nur bildlich gemeint).
Träumen wir im Westen nicht von einem Leben fern in einem Land, wo Palmen und weißer Strand das blaue Meer schmücken? Keine Sorgen, kein Hunger, kein Stress durch Arbeit und bürokratischen Institutionen? Ja diesen Traum kann man sich erfüllen, doch werden dann die einen Sorgen zu andere Sorgen. Nennen wir es mal soziale Problemtransformation in unterschiedlichen Kulturen. Denn die Abkapselung von der alten Heimat funktioniert eh nicht. Freund Verwandte und Bekannte bleiben zurück. Dessen Probleme sind teilweise auch des Träumers Probleme, außer er ist ein Mensch ohne empathisches Vermögen. Und im Paradis kommen dann noch die lokalen Probleme auf den Träumer zu. Er ist kein Paradisbürger und braucht eine Arbeitsgenehmigung um motorisierte Verkehrsmittel bedienen zu dürfen. Am Ende wünscht man sich doch wieder irgendwo anders zu sein, hauptsache nicht hier. Ich noch nicht.





Den Gedanken finde ich gut und stimme dem eigentlich auch zu. Bevor man aufbricht und die Sorgen zurücklässt, erscheinen Sorgen am neun Ort so weit weg. Wenn man dann erstmal da ist, merkt man schnell, dass auch dieser Ort ein ganz normaler Ort auf diesem Planeten ist, mit Sorgen und Problemen inklusive… Trotzdem gibt es wohl schöne und weniger schöne Orte
Comment by Niclas — 20 May 2009 @ 10:31
Es zieht einen immer dahin wo man gerade nicht ist und auch wenn es nicht immer einfach ist sollte man immer versuchen den Moment zu genießen!
Viele Grüße aus dem Norden
Comment by Moritz — 20 May 2009 @ 18:54
Die Sehnsucht treibt bringt uns an neue Orte und treibt uns immer voran. So schlecht kann diese Art von Denken gar nicht sein.
Comment by Phuong — 22 May 2009 @ 7:03