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2. September in Vietnam

Als Wiedervereinigungstag, Unabhängigkeitstag gefeiert. Ob von den Franzosen befreit oder von den Nord-Vietnamesen eingenommen. Jede Medaille hat zwei Seiten. So greift Spiegel-Online  dieses Thema mit dem Titel “40. Todes Tag Ho Tschi-minh” auf. Am Ende des Artikels wird folgende Bemerkung gemacht:

Die ist die leicht überarbeitete Fassung eines Textes aus Michael Sontheimers Buch “Im Schatten des Friedens. Ein Bericht aus Vietnam und Kamputschea”, Berlin 1989.

Die Betonung liegt wohl auf leicht. Wo war der redaktionelle Beitrag, auch wenn er nur leicht überarbeitet wurde. Die vietnamesische Schreibweise für Namen ist völlig daneben. Auch der Name von Ho Chi Minh ist nicht richtig. Ein Blick auf die Landkarte hätte gereicht. Der Text ist inhaltlich einseitig dargestellt, sowohl historisch als auch faktisch. Nicht, dass ich hier mich als Historiker darstellen möchte, aber das erinnert mich an eine Person, die einen Süd-Vietnamesen auf der Straße kennengelernt hat und diesen feiert, weil er gegen die Amerikaner gewonnen hat. Ignoranz ist keine Schande, aber Respekt gegenüber anderen (Boat-People, Flüchtlinge, Vertriebene, etc.) sollte in so einem Artikel berücksichtigt werden.

Und ja, der heutige Tag ist kein besonderer hier in Vietnam. Es hängen viele die Fahnen draußen. Manche Geschäfte haben geschlossen. Aber trotzdem ist es eigentlich ein Tag wie jeder anderer. Nur habe ich heute frei.

3 Comments »

  1. Ich bin über den Bericht “40. Todestag……” drübergeflogen und muss zustimmen, dass der Text von Herrn Michael S. sehr einseitig belastet ist.
    Hier stellt sich die Frage, ob er mit angebl. historischen Hintergründen geabeitet hat, oder ob er den Inhalt aus Erzählungen übernommen hat.
    Hat er dabei Nord- bzw. Südvietnamesen interviewt? (Betrachtungsweise der betroffenen Parteien unterschiedlich)

    Es ist wirklich ärgerlich so einen Text zu lesen, wenn man selbst mit der Familie als “Boat-people” flüchten musste.

    In dieser Hinsicht liegt es nur am Leser, ob er solche Texte kritisch betrachten kann oder nicht. Was aber nicht professionell war, ist das Spiegel -Online diesen Text ohne weitere Recherche wiedergegeben hat.

    Comment by Luan — 2 September 2009 @ 16:23

  2. Ich muss gerade über deinen Beitrag schmunzeln, denn über die Schreibweise von Onkel Ho habe ich mich auch aufgeregt und gleich mal an die Spiegelredaktion geschrieben. Ich bekam auch prompt eine Antwort: “vielen Dank für Ihre Mail. Kurze Antwort: Bei der Übertragung von Orten und Namen, speziell aus dem asiatischen und arabischen Raum, sind sehr häufig verschiedene Schreibweisen möglich. Der SPIEGEL hat sich für Ho-Tschi-Minh-Stadt entschieden.”

    Comment by Moritz — 6 September 2009 @ 23:11

  3. Ja das kennt man ja von Osama Bin Laden. Der wurde auch x-mal anders geschrieben. Da dürfen die Wessies mal wieder eine Ausnahme machen.
    Sollen mal die asiatische Redaktion deutsche Politiker auf Ihre schreibweise in News veröffentlichen. Dann sind es wieder die unzivilisierten…
    Wer ist eigentlich An-Ke-Li-Ca Me-kil?

    Comment by Trí Nhân — 7 September 2009 @ 13:30

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