Erkundungen und Brandwunden
Nein, wir haben uns nicht an den Weihnachtskerzen verbrannt. Könnte man aber meinen, nach all den Feiertagen.
Diese Feiertage haben wir uns entschieden in Phu Quoc zu verbringen. Die Insel hat einen speziellen Hintergrund, weshalb ich unbedingt hin wollte. Unsere Eltern haben 2 Jahre auf der Insel gelebt. Genauer gesagt, in An Thoi, die größste Stadt im Süden der Insel. Weihnachtsurlaub machen und die Fußspuren der Eltern zurückverfolgen, eine spannende Sache für 4 Tage.
Die Anreise lass ich mal weg. Obwohl es auch ein paar Worte wert wäre. Stichwort Visa, sage ich da nur.
Das Moloch Saigon hinter uns gelassen und das rot-erdige Phu Quoc betreten. Natürlich nur bildlich gesprochen. Sind nicht mit dem Schiff hin, sondern bequemerweise mit dem Propeller-Flugzeug. Was schon mal einen gewissen nostalgischen Flair ausmacht (Seht ihr noch auf den Bildern). Phu Quoc hat ca. an der längsten Stelle 50km Durchmesser, die wir natürlich von Kopf bis Fuß erkunden wollen. Daher haben wir uns gleich bei Ankunft ein “Motorbike” gemietet. Gleich für 3 Tage.
Nach der ersten Nacht auf der Insel und einer nicht-funktionierenden Klimaanlage, haben wir uns um 9.30 Uhr auf den Weg gemacht. Eine Honda RS der älteren Generation, war unser fahrbarer Untersatz. (Kommentar Bine, nicht zu vergessen der Überlebenskampf gegen die glorreichen drei Kakerlaken). In Richtung Süden entlang der West-Küste, erst mal an ein paar Perlen-Farmen vorbei. Auf Kies-, Rotem Sandboden und renovierfähigen Asphalt-Strassen, kamen wir dann irgendwann in An Thoi an. Ein kleines verschlafenes Fischerdorf mit recht wenig Touristen, verglichen zu Duong Dong. Danach wieder Kehrt Richtung Norden auf einer “richtigen” Straße. Auf dem Weg entdeckten wir ein kleines Paradis. “Bai Sao” — Sternenstrand. Weisser feiner Sandstrand mit unterschiedlichen Blau-Nuancen. Türkis, Blau, Tiefblau…
Leider kann man diese Farben nicht auf den digitalen Geräten bannen, so sagt Bine immer wieder.
Der zweite Tag war leider nicht so spannend. Von Duong Dong aus in Richtung Norden, hat Phu Quoc leider nicht so viel zu bieten. Wer es natürlich haben möchte, kommt da sicherlich auf seine K0sten.
Der dritte Tag war kurz und knapp. Wir wollten zum Wasserfall “Suoi Tranh”. Doch kurz vor dem Parkplatz hat der Sandweg dem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht. Rutsch und plötzlich lag das Bike da. Ich sah natürlich nicht, was hinter mir passierte. Sah nur Bine wie sie neben mir steif stand und mich anstarrte. “Kein Problem, ist ja nix passiert”, sagte ich ganz sicher. Doch ein Blick auf ihr rechtes Bein, zeigte mir das Gegenteil. Dicke Brandwunde (vom Auspuff) von der Kniekehle bis zum Fußknöchel. Oops, was nun, dachte der Nhan. Als ich dem Parkwächter die Brandwunde zeigte, sagte er sofort “Nuoc Mam”, Fischsauce. Die sollte also helfen. Nicht nur er, sondern auch die anderen Gaffer nickten und riefen im Chor “Nuoc Mam”. Mit einer Flasche Nuoc Mam zurück, überzeugt ich Bine, dass das Zeug bestimmt hilft. Angeblich gegen Narbenbildung. So streckte Bine ihr Bein und er lies das Wunderheilmittel (wohl gegen Alles) auf ihr Bein fliessen. Nach Bine’s Gesichtsausdruck, musste es verdammt brennen. Wasser, Cola und Hängematte halfen den Kreislauf wieder auf Trab zu bringen. Aus dem Wasserfallbesuch wurde nun nichts. Nur noch zurück, eine Apotheke aufsuchen.
Ein Krankenhaus, das nicht wirklich nach einem aussah, machte die Erstversorgung. Jod direkt auf die offenen Brandwunden. Der Krankenhelfer hieß mit Nachnamen wohl Grobmotoriker. Autsch.
Gegenüber war glücklicherweise gleich eine Apotheke (in vietn. Nha Thuoc Tay, Haus der westlichen Medizin).
Nach Nuoc Mam, sollte eine Wundspraydose helfen.
Nun sitzen wir hier am PC in Phu Quoc, Bine mit dem ausgestreckten Bein neben mir. Morgen geht es wieder zurück nach Saigon. Erkundungen, Entspannung und ein vietnamesisches Branding sind unsere Erinnerungen von dem ersten Mal auf Phu Quoc.




