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Niklas Luhmann und seine Systemtheorie

Am Freitag morgen bin ich früh aufgestanden. Als allererstes den Rechner angeworfen und dann getwittert.
Sina vom Barcamp hatte ein Link auf perlentaucher.de gemacht, ein Artikel über Demokratie, Gesellschaft, Politik im Web von Robin Meyer-Lucht. Unter anderem hat er auf einen Film “Quoten, Klicks und Kohle” von Thomas Leif hingewiesen. Mal gespannt was da so drin steht, hier ist ein kurzes Interview von Ihm: Interview mit Thomas Leif

Danach bin ich irgendwie beim Browsern durchs Netz auf Niklas Luhmann gestoßen. Ich fand auf Wikipedia einen ausführlichen Eintrag über Luhmann’s Systemtheorie, besonders interessant fand ich seine Vorstellung von dem Begriff Kommunikation. Vor allem, dass er Kommunikation nicht nur auf ein Sender, Medium, Code und Empfänger reduziert, sondern auch auf das Verstehen. Kommunikation ist für Ihn 1. das selektieren von Information (Information), und 2. das Bedürfnis zu haben die Information mitzuteilen (Mitteilung), 3. Der Empfänger (lt. Luhmann das Alter) muss die Information des Empfängers (lt. Luhmann das Ego) verstehen. Ohne den Prozess des Verstehens, findet also keine Kommunikation statt. Weiterhin beschreibt er das Verstehen in 3 Selektionsvorgängen. Die Information muss verstanden (gemeinsamer Code) werden und als Mitteilung als solches identifiziert werden. Wenn die Mitteilung angenommen wird, besteht eine Anschlusskommunikation, auf die weitere Kommunikation aufbaut.

Was hierbei wichtig ist, dass er unter dem Begriff “Medien” nicht die gängige Vorstellung von Medien hat. Sondern für ihn funktioniert z. B. “Macht, Geld, Liebe, Kunst und Wahrheit als solche symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien” (wikipedia).

Gedanke wird demänchst fortgesetzt…

2 Comments »

  1. moin, verstehen ist bei Luhmann ebenso umdefiniert wie “Medien”. Verstehen im luhmannschen Sinne ist das Erkennen der Differenz von Mitteilung und Information. Information kann nämlich alles sein – der Baum, der Boden, den ich unter mir spüre, und die Sonne, die mich blendet – aber erst wenn ich erkenne, das zu einer Information eine Mitteilung gehört – von jemanden, der auch ganz anders oder gar nicht mitteilen müsste – wird die Information sozusagen sozialisiert.

    kognitives Verstehen ist da noch eine Stufe höher angesiedelt – es meint ja, dass ich verstehe, was und warum der andere die Information die er mitteilte mitteilte.

    kommunikation ist aber auch gegeben wenn mich ein grieche auf spanisch anspricht – ich verstehe nicht was er sagt – aber kommuniziere trotzdem mit ihm – da ich erkannte, das er mir etwas mitteilen möchte – nur was er sagen wollte bleibt noch unklar (kog. unverständnis heizt die kommunikation erst richtig an)

    Der unsoziologische Begriff der Medien wird bei Luhmann als Verbreitungsmedium umdefiniert – damit ist die technische Komponente ja auch viel besser beschrieben und der Medienbegriff wird frei für das, was er tatsächlich bezeichnet – Kommunikationsströme: etwa Geld.

    Comment by amazeman — 8 June 2008 @ 16:57

  2. Da stimme ich dir zu. Guter Denkanstoß “(kog. unverständnis heizt die kommunikation erst richtig an”. Dann handelt es sich beim Code nicht nur um die gemeinsame Sprache, sondern ebenso Gestik und Mimik. Bei Geldströmen haben wir ja auch Paralleliäten, die Währung ist nur eine formale Vereinbarung der Inhalt kann neu bewertet und interpretiert werden. Sinnverständnis des Codes.

    Comment by admin — 8 June 2008 @ 17:59

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