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Archiv für February, 2010

Im Bus und Schlamm liegen

Reisen in Vietnam ist ein Abenteuer für sich, selbst wenn wir in Vietnam leben. Bucht man keine Tour, sondern nur eine Hin- und Rückfahrt nach Nha Trang, muss man sich erst mal im Bus-Wald im Backpacker-Viertel durchkämpfen. Neben einem Wald von Bussen quetschen sich noch zahlreiche Reiseunternehmen. Phuong Trang, Hanh Travel, Sinh Travel und T.M. Brothers, um ein paar Große genannt zu haben. So, wie finden wir nun unseren Bus, wenn das Reisebüro, in dem wir die Bus-Tickets gekauft haben an Tet zu hat? Ein Glück steht auf den Tickets eine Nummer des Reisebüro Direktors, Herr Cong. Beim ersten Anruf hat er gleich mal aufgelegt! Wenn man hier was will, da muss man hartnäckig bleiben. Nach dem zweiten Versuch, rückte er schon mal einen Namen des Busunternehmens raus — Phuong Trang. Pustekuchen, ein Mitarbeiter von denen konnte mit unseren Tickets nichts anfangen. Es war schon nun kurz vor Acht und um Acht ist Abfahrtszeit nach Nha Trang! Dritter Anruf: “Ich habe bei Ihnen ein Ticket gekauft, in ihrem Büro!” Blitzartig änderte sich seine Tonlage und er sprach mit mir, man mag es kaum glauben. So kamen wir doch noch zu unserem Bus. Einem Liegebus. Für ca. 400km brauchten wir knapp 12 Stunden. Saigon, Phan Tiet, Mui Ne, Phan Rang und dann endlich in der Nacht Nha Trang erreicht. Man könnte nun denken, Nhan und Bine dürfen sich nun gemütlich in ein Hotelzimmer einquartieren. Doch Pustekuchen die Zweite! Das vorreservierte Hotel, das wir schon vor 1 Monat von unserer Ankunft informierten, antwortete am Telefon nur mit einem “ausgebucht”. Kein Hotel also, nun mussten wir noch ein Hotel finden, und das an Tet. Aber erfahrungsgemäß bekommt man egal an welchen Feiertagen ein gutes, preiswertes Hotel oder Gästehaus. So war es auch gewesen. In einer kleinen Seitengasse (vietn. Hẻm) fanden wir nach 30 min. Suche ein kleines Gästehaus mit dem Namen “Diva”. Der Besitzer war zufälligerweise ein deutscher Landsmann, mal wieder.

Der Helmut aus Ostdeutschland mit seiner vietnamesischen Frau haben sich ein echt schnuckliges Gästehause aufgebaut. Man sieht an der Einrichtung die deutsche Maßarbeit und die Liebe zum Detail. Also wer mal in Nha Trang vorbei kommt und die Lebensgeschichte von Helmut hören will, macht einen Stop im Gästehaus Diva (Hung Vuong Strasse 12/24A). Schaut aber das ihr rechtzeitig euch ankündigt, denn 8 Zimmer sind schnell ausgebucht. Eine Webseite hat das Gästehause noch nicht, so Helmut zu uns.

Was gibt es noch sonst eigenartiges zu berichten? Ah ja, die Seilbahn nach Vinepearl Island. Wer riesige schwarzköpfige Menschenlavinen nicht bevorzugt, lässt es lieber bleiben oder ist am Morgen der erste an der Pforte zur Seilbahn. Da spricht man nicht mehr von Kollektiver Intelligenz sondern von verdummter Batch-Verarbeitung. Wie mit Schneeschiebern werden die Massen von einer Stelle zur anderen Stelle geschoben. Wer nicht die Geduld für die unendliche Warteschlange zur Seilbahn hat, darf alternativ die Fähre nehmen. Die Hilfskräfte sind dem Ameisenhaufen und -Straße hilflos ausgeliefert. Da helfen auch keine Abgrenzungen oder Geländer. Bine’s Gesicht war zwischendurch einfach nur ausdruckslos vor so vielen Menschen. Es ist nicht mal die Masse, sondern manch Vietnamese bildet sich ein, er sei alleine in einer Warteschlange. Dieser Irrglaube führt dazu, dass sein Ellenbogen, Füße, überfüllten Taschen mit Nahrung, die Person neben ihm in die Quere kommt. Dazu kommt noch, dass Toiletten anscheinend für mancheiner nur zur Dekoration existieren. Hinter unserer Sitzbank auf der Fähre (wir konnten die Warteschlange leider nicht erdulden) entlies eine Mutter indirekt die Harnflüssigkeit ihres Babies auf den Boden, obwohl der Raum für solche Bedürfnisse gleich 3 Schritte entfernt lag. Übrigens, im Liegebus hatte eine Frau ihr Bedürfnisse auch nicht lange auf sich warten lassen und ihr Revier an den Stufen der hinteren Bus-Tür makiert, was als weibliches Wesen schon mal zu kritisieren wäre.

Auf der Vinepearl Insel gibt es eigentlich nichts besonders, was 0815 Touristen wie wir noch nicht kennen. Doch es braucht 28 Jahre eine Wasserrutsche mit Gummi-Matte, weitere Rutschen (gelb, blau, schwarz und grün)  zu testen. Meine letzte Rutsch-Erfahrung liegt im Miramar. Unterhaltung gibt es in Vietnam immer, es braucht nur eine handvoll Einheimische und der Spaß kann beginnen. Augen auf machen, beobachten und die kulturellen Eigenarten der Bewohner mit einem Lächeln auf sich einwirken lassen.

Das war der erste Teil von Nha Trang. Ein zweiter folgt eventuell. Sitze gerade in der Diva-Lobby und das verdaute Essen im Magen ruft. Was der Schlamm im Titel zu tun hat? Das nächste mal, bis dahin xin chào!

Mondkalender sagt Hallo!

Guten Tag, ich bin der Mondkalender!

Üblicherweise befinde ich mich im asiatischen Kulturkreis, bin das Gegenstück vom Julius Kalender. Mein Jahr startet etwas später als der von Julius.  So um Mitte Februar. Dieses Jahre darf ich mich am 14. Februar laut Julius Nase zeigen. Für mich ist es natürlich der 1.1.2010. Gleichzeitig begrüße ich auch den Tiger. Er nimmt Platz ein für den Büffel.  Damals hat so ein Mann mit vielen Namen u.a. Buddha, Tiere zu einer Party eingeladen. Doch es kamen nur zwölf. Resultat, jeder kommt dann einmal im Jahr dran und darf sich von seiner besten Seite zeigen.  So sagt eine Legende. Wer es etwas komplexer haben möchte, Wikipedia gibt dazu auch etwas Senf.

In Vietnam nennt man mich auch Tết. Wegen mir bekommen dann Kinder neue Kleider, Geldgeschenke, Ahnen werden angebetet und man hat dort fast eine ganze Woche frei. Verwandte werden besucht und es gibt ganz viel zu kaufen und zu verschenken. Alle Läden sind voll mit rotfarbenen Produkten. Denn Rot ist irgendwie allgegenwärtig, je weiter man nach Osten blickt. Obwohl ich der Mondkalender bin, sollte alles wohl eher Weiss sein, oder nicht? Etwas patrotische Farben kann ich ja erlauben. Weiss und Grau ist dann doch etwas langweilig. Da freut sich die Frau Kollegin Sonne. Rot, goldig und prächtig, mal wieder… Mein Namensgeber steht wieder immer etwas weiter im Hintergrund. Er ist halt doch ein Nachtkind.

Roter Geldumschlag für "Lucky Mondy"

Viele Varianten der roten Geldumschläge für "Lucky Money". Geld das Glück bringen soll.

Dann sagt der Mondkalender auch wieder tschüss. Habe noch viel zu tun bevor der 14. Februar (1. Januar) startet. Und vergesst nicht den Tiger von mir zu grüssen.