Ein Wochenende voller Warterei
Unglaublich aber wahr! Nach ungefaehr 3 Jahren Existenz habe ich nun die hochoffizielle Erlaubnis dem heiligen Blog von Nhan einige meiner Eindruecke hinzuzufuegen.
Ich kann es noch gar nicht glauben, dass er gerade sagte “Schreib doch etwas ueber unser Wochenende in Phan Thiet”.
Bevor er es sich aber doch noch anders ueberlegt, hier meine erste Kurzgeschichte ueber Halong und Hanoi (das Wochenende in Phan Thiet hebe ich mir fuer spaeter auf, vorausgesetzt dieser Artikel wird vom Besitzer des Blogs fuer gut genug empfunden
)
Also, Dank King Hung wurde uns ein langes Wochenende beschert, welches wir unbedingt nutzen wollten, um den Norden Vietnams etwas naeher zu erkunden. Fluege nach Ha Long waren schnell und lange im Voraus gebucht und unser Wochenende (drei Tage insgesamt) folgendermassen angedacht: Flug sehr frueh morgens nach Hai Phong und dann mit dem Bus nach Ha Long. Dort eine Bootstour buchen, eventuell sogar mit Uebernachtung auf dem Boot, am naechsten Tag zurueck und mit dem Bus nach Hanoi. Hanoi erkunden irgendwo uebernachten und dann am Sonntag Abend spaet wieder zurueck nach Saigon.
Das lustige: Auch nach 9 Monaten in Vietnam habe ich noch immer nicht gelernt, dass ein Plan nur dazu fuehrt, dass man sich wuenscht man haette besser keinen gemacht… Warum?
Also der Flug morgens um 6 nach Hai Phong ging ohne groessere Verspaetung. Viel haben wir eh nicht mitbekommen, da um 3 Uhr nachts aufstehen noch immer nicht zu unseren Lieblingsbeschaeftigungen gehoert.
Also etwas zerknautscht aus dem Flieger ausgestiegen und erstmal festgestellt: Ziemlich frisch hier so mit Flip Flops und kurzer Hose… Erklaerte schnell, warum alle anderen Jeans und Jacken trugen. Egal. Wir uns also in eine winzige Knutschkugel von Taxi gequetscht. Ziel: Hauptbahnhof, denn es sollte mit dem Zug nach Ha Long gehen. Irgendwie war das dann aber keine gute Idee, denn einen Zug gabs nicht. (Hatte ich vorher was von Plan geschrieben?)
Alternative die bleibt: Der Bus! Mein “Lieblingsverkehrsmittel” in Vietnam, weil immer schoen eng und gut gelueftet.
Nach einem ungefaehr einstuendigen Fussmarsch haben wir uns dann doch die letzen Meter vom Taxi zur Bushaltestelle fahren lassen. Dort ging dann auch relativ schnell der naechte Bus nach Ha Long. Wieder nicht viel mitbekommen von der Fahrt weil ziemlich fertig nach dem Marathon durch Hai Phong auf der Suche nach dem Busbahnhof.
Irgendwann wurden wir dann mitten auf der Schnellstrasse aus dem Bus geschmissen. Ha Long irgendwo am Horizont in Sicht, war das doch schonmal ein recht ein freundliches Willkommen. Wir haben uns dann mit Gepaeck zu zweit auf ein Motorbike-Taxi gequetscht. Vergesst nicht den Fahrer mitzuzaehlen, dann wird klar, warum ich sage gequetscht.
Nach ein paar kleineren Zwischenstationen haben wirs dann endlich zum Hafen geschafft. Nachdem 2 freundlich penetrante Frauen uns ueberzeugten eine Bootstour in ihrem Buero zu buchen hielten wir die Tickets inklusive Uebernachtung auf dem Schiff schon nach einer halben Stunde in den Haenden. Abfahrt um 1, es war gerade halb.
Laeuft doch gar nicht schlecht, oder?
Dann hiess es also eine halbe Stunde warten auf das Boot, oder waren es doch 2? Irgendwann kam auf jeden Fall ein Boot, wir schnell rauf und hofften auf die direkte Weiterfahrt. Es gab dann ein delikates Mittagessen (es gibt auf diesen Touren immer das gleiche) bestehend aus Reis, Fisch, Tofu und ein bissi Gruenzeug). Gutes Timing, denn es war mittlerweile 3 und der Magen leer. Aber ausser den Hafen ein bisschen zu erkunden gings nicht wirklich weit raus mit dem Boot. Um 4 sagte man uns dann wir sollten das Boot wechseln, denn das waere nicht zum Ubernachten gedacht. Wie auch, hatte ja gar keine Kabinen… Wir also runter vom Boot und auf ein anderes, eine weitere Stunden den Hafen erkundet – yes, den hatte ich mittlerweile ja schon ungefahr fuenf-und-troelfzig mal geknipst.
Irgendwann gings dann doch endlich los.
Ha Long ist wirklich wunderschoen, und wir wurden trotz 4 stuendiger Verspaetung und kurz vor der Daemmerung mit einem gigantischen Blick belohnt. Die Luft war total klar und man konnte wirklich weit sehen. Noch zwei Tropfsteinhoelen erkundet und dann gings schon auf den Weg zur Nachtstation.
Fuer alle die mal nach Vietnam kommen – Ha Long ist wirklich einen Abstecher wert. Die kleinen Inseln sehen genauso aus, wie man sie aus dem Internet, Buechern oder dem Fernsehen (James Bond war auch schon hier) kennt. Wirklich beeindruckend.
Was wahrscheinlich einfach nur jeder braucht ist jede Menge Geduld und keine Vergleichserwartung mit den Fotos aus den Katalogen. Die Kabinen waren zweckmaessig aber nicht wirklich beeindruckend.
Beim naechsten Mal werden wir wohl nur eine Tagestour buchen und die Nacht in einem Hotel verbringen. Aber nicht nur das bessere Wasser, dass wahrscheinlich in einem Hotelzimmer aus der Dusche kommt waere ein Grund, sondern auch, dass man da aller Wahrscheinlichkeit nicht “Freiluft-Pinkeln” muss. Ja, richtig, Freiluft-Pinkeln. Was Duong und Nhan als “ist doch nicht schlimm” und “warum regst du dich auf” bezeichnen ist fuer Frau, die anscheinend auch noch gerade mit den Nachfolgen des koestlichen Mittagessens zu kaempfen hat, nicht wirklich lustig. Das Klo hatt zwar eine Tuer, die ging aber nicht zu und so konnte man von der Toilette aus beim Pinkeln oder was auch immer den anderen Passagieren auf den anderen Booten zuwinken. Ist das Abenteuer, oder Vietnam? Oder beides? Oder vielleicht einfach nur ein besonders lustiges Management, dass gerne Auslaenderpopos knipsen moechte?
Keine Ahnung, ich hab auf jeen Fall noch nie so lange nicht gemusst. Erst als die ersten beiden Biere am Abend geleert waren ging ich dann doch etwas energischer auf die Suche und wurde belohnt mit einer Mitarbeiterkabine ohne Licht.
Wo ist nur in diesem schwarzen Raum das Klo? Ein Minifeuerzeug aus der Kabine hilft zumindest bei der Groborientierung. Beim Feintuning hofft man dann auf langjaehrige Erfahrung
Aber so bloed oder lustig diese Geschichten auch sind, es gehoert dazu.
Aber nun zum Titel des Blogs – die Nacht war gerade rum, wir hatten uns mit einem guten Fruehstuck bestehend aus einem fuenftel Ruehrei und trockenem Toast mit Marmelade gestaerkt, gings auch schon wieder auf den Rueckweg.
Einmal noch kurz Halt gemacht mit dem Kommentar: Hier koennt ihr euch ein Boot mieten und die Hoehle erkunden in der der 007 gedreht wurde. Cool, da machen wir doch mit. Als wir schon fast mit dem ersten Fuss das Boot verlassen hatten kam dann das Kleingedruckte: Wirklich anschauen kann man sich die Hoehle gerade nicht, weil es ist ja Flut. Warum sind wir nochmal hier? Aber davor rumudern waere doch auch schoen. Mmhhh, aber nicht wenn man mit dem Boot sowiso schon direkt vor der Hoehle ankert.
Also kurz warten, wie schon am Tag zuvor auf die Tickets, das Boot, das Mittagessen und das andere Boot und die Verteilung der Kabinen und dann zurueck zum Hafen. Was dann kam war: Richtig warten auf das Mittagessen – ratet mal was es gab! – und dann – Warten auf den Bus. Ich glaube an dem Tag haben die Hexen nicht so kaeftig geruehrt, wie Nhan das gerne beschreibt und wir waren mit Warten bestraft.
Irgendwann kam dann aber doch noch der Bus und hat uns in 5 Stunden nach Hanoi gefahren.
Wies da war schreib ich, wenn ich darf, ein anderes Mal, ist doch laenger geworden als gedacht.
Also ich hoffe Euch gefaellt mein “Erstes Mal”.
Bis bald Bine





