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Einträge der Kategorie Reisen
18. July 2010
Nach über einem Jahr ist es wirklich passiert. Ein Trip in die Innenstadt um die letzten Einkaeufe vor unserem Deutschlandreise zu machen, war unser Verhaengnis. Einmal falsch links abgebogen und der Mann in Beige zeigt seinen Stock direkt in mein Gesicht. Winke Winke macht Po (lizei) und ich folge ganz langsam seiner Winkrichtung. Was nun!
Polizei Kontrolle auf einer größeren Karte anzeigen
Diese Situation habe ich mir schon so oft mit Bine ausgemalt. Nur Englisch sprechen? Nein geht nicht, wir sind in der Innenstadt, dem Touristenbezirk wo auch manch ein Beamter Englische Brocken sprechen kann. Deutsch? Auch keine gute Idee, Englisch kann ja jeder sprechen. Auf jeden Fall kein Vietnamesisch sprechen! Ja, auf jedenfall. Glücklicherweise sehe ich laut vielen Begegnungen mit lokalen Vietnamesen, nicht wie ein typischer Vietnamese aus. Etwas größer geraten, Glatzkopf und eine Wessitante hinten auf dem Bike machen es glaubwürdiger keiner zu sein.
So dumm wie ich mich gestellt habe, hat sich meine Freundin nicht vorstellen können. Sagte sie im Nachhinein.
Wir naehrten uns den Freunden in Grün und Beige und ich hörte nur ein “runter vom Bike und auf den Bordstein fahren!”. Bine springt direkt ab und ich tat so, dass ich kein Wort verstehe auch nicht die Gesten, die mich auf den Bordstein und vom Bike dirigierten. Wirklich dumm. So saß ich immer noch auf dem Bike und blieb auf der Straße stehen. Einer rief “Ah, der versteht kein Vietnamesisch!”. Die Kameraden in Beige zeigten dann auf einen Kollegen in Grün, der hinter dem Abschleppwagen (nicht so wie wir es in Deutschland kennen, es handelt sich um ein kleinen LKW, auf den die Bikes der Verkehrssünder aufgeladen werden) steht. Dieser Kamerad war des Englischen maechte. “You turned left! Is not allowed!” Zu dieser Zeit hatte sich mein Allerwertester schon vom Honda-Hocker bewegt und ich stehe nun vor dem Kollegen. Bine zu meiner Rechten und ich stellte mich weiter dumm. Der Kleeblatt uniformierte Kerl wiederholte meine Verkehrssünde und fragte nach meinen Papieren “Give me your papers!”. Welche Papiere fragte ich rhetorisch geschickt zurück
“Your driver license!” kam es barsch zurück. Nun meinen deutschen Führerschein oder was? “No, your driver license here!!” Ah, nee ich habe doch keine. Ich bin doch nur Tourist. “What? You need one here!” Wie? Davon hat mir der Bike-Verleiher aber nix gesagt. “Where are your motorbike papers!?!” Ich habe es gemietet. “What?” Ich habe es “ge-rent”! “Ah you rent it. But where are those bike papers!!!” Ich habe doch keine. Ich habe es nur gemietet! “They have to give you copy!!!!” Ach was, ich habe aber nix bekommen. “So I have to take you Bike.” Aha, was machst du mit dem Bike. Das gehört doch dem Verleiher. Und ausserdem gehe ich doch morgen wieder. Ich muss doch das geliehen Bike zurück geben. “Please talk slowy to me, so I can understand your English!” Wiiiiir müüüüsssen daaaas Bike dem Verleiher zurück geben und bleiben nuuuuuur noch einen Taaag in Saigon! “The penalty costs 1050 Vietnam Dong…. No, 150.000 VND” Ah da haengt der Hase. Es kostet 150.000 VND. Der kleine Xe Om Fahrer hat uns aber gesagt, falsches Abbiegen kostet nur 50.000. Das habe ich natürlich nicht gesagt, so dumm bin ich auch nicht. Da haetten die mich gleich mit in den LKW gesteckt. “You give me 300.000 VND and then you can go ahead with the motorbike!” Ahhhhhhh, nun wird es ganz interessant. Also das 6-fache von dem was es eigentlich kostet. Was ich sicherlich nicht gesagt habe. Sondern aaaah, danke schön. Ich werde es natürlich zahlen und bedanke mich mit einem “Thank you for your understanding. Next time I will know better.” Bine hat gleich angemerk “There is no next time!” und bedankt sich mit einem “Your English is so good. Where did you learn it.” Ein Laecheln auf dem Gesicht des kleinen grünen Kobolds. Er strahlt und dachte sich nur “Man sind die dumm. Geben mir das 6-fache von dem was es kostet, bedanken sich und geben mir noch Komplimente.” So startete ich den Motor und wir kicherten innerlich bis wir in sicherer Ferne waren.
 Beispiel: Vietnameische Polizei in Grün. Quelle: Flickr Benutzer ponfire |
 Beispiel: Vietnamesischer Straßenpolizist in Beige. Quelle: Flickr Benutzer chi.mai |
12. July 2010
I recently had the chance to participate a ScrumMaster course hold by Jeff Sutherland. During the training break I asked him if he knows someone offering the Certified ScrumMaster (CSM) Course also in Vietnam. He referred to one of his collegues Pete Deemer who is working with Jeff Sutherland at the Scrum Training Institute. I had a look on the web site but I find India and Japan covered for the CSM only. I also got in touch with Bas Vodde one of the leading ScrumMaster Trainer in South-East Asia located in Singapore. I asked him in Twitter if he has some plans to offer CSM also in Vietnam but unfortunately (regarding the CSM and not the fact that he became father
) he just became father. There are some plans for CSM in Vietnam but not fixed. So I wonder why there is no Scrum Trainer yet in Vietnam. It might be that Vietnam is not yet a “lucrative” target country to have CSM?
Our company started more than one year ago with some basic Scrum elements like the daily scrum. Before I got the CSM I doubted that Scrum would work in Vietnam due to different culture, attitudes and communication behaviors. After the CSM I am convinced that for Vietnam and our company Scrum would work fine. The only challenge is to convince the customer to change his kind of project management according our approach plus Scrum.
I started to train and apply a small team with Scrum but before introducing it I need to make awareness about what processes are and good for and why we need Scrum regarding communication, collaboration and coordination in distributed teams. Really basics to find the the understanding to change mind sets.
10. June 2010
Wer mich kennt, weiss, dass Gaumenfüllen mit Nahrung zu meinen Hobbys gehört. Sushi, in Deutschland zur Schulzeit, Ausbilundgzeit und Studium nicht zu leisten. An einer Hand abzaehlbar mal in Frankfurt ein Maki, in Wien ein Rolle und das warst auf europaeischen Boden (neben den selbstgemachten von meiner Schwester). In Saigons erster Distrikt befinden sich zahlreichen japanische Delikatessen-Restaurants. Die Menge an Sushi, Soja Soße, Wasabi und Ingwer ist nur noch durch Reis zu toppen.
Nach knapp eineinhalb Wochen in Zürich und Genuss von bleischweren Gerichten, zur Abwechslung eine Sushi-Kost im Laomai Restaurant “Fine Asian Cuisine”. Das Laomai Restaurant befindet sich Gegenüber vom Süd-Eingang des Hauptbahnhofs, das Restaurant winkte mir mit seiner Flagge, mit der japanischen tiefroten Sonne, zu und weckte meinen Appetit auf Sushi. Also dann, Süschi in Züri.
Hier mein privater Mystery Shopping Bericht über das Laomai (Lao heisst übrigens auf Vietnamesisch “Alt” und Mai hat mehrere Bedeutungen, ohne Intonation-Symbole schlecht zu bestimmen.):
“Fine Asian Cusine” kündigt schon mal an, was mich erwartet. Feines Ambiente, das feine asiatischen Küche anbietet. Der Altbau hat zwei Stockwerke. Ich suche am Eingang nach dem Sushi-Menü, erfolglos betrete ich dann doch das Restaurant. Mhhh… auch keine Sushi-Theke zu sehen. Ich erkundigte mich bei der Kassiererin hinter der Theke, die (nicht die Kassiererin) aussah, als stehe man vor einer fettigen Imbissbude auf Raedern. “Fine” ist es auf dem ersten Blick nicht. Aber lassen wir den Schein nicht trügen und ich freue mich auf ein hoffentlich feine Sushi-Auswahl.
Die Imbiss-Budendame weist mir den Weg über die Treppe zum Sushi-Restaurant. Auf der zweiten Essenseben treffe ich auf eine zweite asiatische Kassiererin. Jünger, dunklerer Teint mit einem körperbetonten asiatischen Abendkleid, halblang mit typischem chinesischer Halskragen. Begrüsst wurde ich erstmal nicht. Ein einsames Date ist wohl nicht so üblich hier, dachte ich mir. Ich sehe schon ihre grauen Zellen arbeiten: “Japaner, Chinese, Koreaner oder was ist das für ein Landsmann?”. In Vietnam werde ich von meinen Landsmaennern meisten als Japaner oder Koreaner abgestempelt. Liegt wohl an der Frisur und meiner Korpergröße. Nun, die Kassiererin wusste nicht in welcher Sprache ich ansprechbar bin, so ergreift ihr Kollege ein. Zuerst mit seiner Gestik und dann mit seinen Worten, indem er den Zeigefinger streckt und “one person?” zögerlich fragt. Englisch ist eben doch eine internationale Sprache, auch unter Asiaten
Ich beschloss für mich beim Englisch zu bleiben, um die üblichen Fragen :”Oh, warum sprechen Sie so gut Deutsch?” zu vermeiden. “One Kirin Beer, please!”, rief ich ihm zu, nachdem er mich nach meiner Getraenkebestellung fragte. Ein Bier aus Japan mit dem Zusatz “Japan’s Prime Beer” auf dem Flaschenetikett. Waehrend er das Bier aus dem Kühlschrank holt, studiere ich die Sushi-Karte. Maki, Sashimi, Negiri und Temaki… Ich entscheide mich für Uramaki “Spicy Thuna Akami” und “Negi Toro Maki”. Bis meine Sushi-Rollen serviert werden, habe ich Zeit die Raeumlichkeiten zu beobachten. Ein Englischer Oldie im Hintergrund begleiten meinen Blick über das Restaurant. Die westliche Musik laesst den den asiatischen Touch vermissen. Wenn ich mir vorstelle, in Saigon spiele man vietnamesische Folklore im deutschen Restaurant Gartenstadt, da muss ich ein wenig schmunzeln. Das Interieur zeigt noch weniger japanische Züge. Die einzige Dekoration, eine Flasche Soja Soße, laesst anmerken, dass ich mich in einem Sushi-Restaurant befinde. Trotz fehlendem japanischen Flair, scheint die Innendekoration “fine” zu sein. Doch der zweite Blick auf die Staebchenverpackung (Wie heisst das Ding eigentich wirklich? Staebchenpapierhülle, Papierpraeservativ für Staebchen, Staebchensack…) laesst das Restaurant doch nicht “fein” scheinen. “Fast-Fresh-Friendly” schreit es wie die rote Elektronikhandel Discounter Werbung.
Endlich kommt meine Sushi-Rollen. Das Auge ist mit, doch wie ich schon sagte, Schein ist nicht immer Sein. Viel Wasabi wie ich es gerne habe, für scharfe Schüsse in den Kopf. Verwöhnt durch den frischen Sushi in Vietnam, überrascht eine latschige Reiskonsistenz meinen Gaumen. Die Bissfestigkeit des Reises (jap. Kome, Ketan oder Nigishi) ist wohl eher für die dritten Zaehne gedacht. Aber da hat der Koch als Gegenmaßnahme, anstatt trocknem Seetang (jap. Nori) Blaettern, Kautschuk-Blaetter verwendet. Bedauerlicherweise gibt es kein kostenloses kleines Amuse-Bouche, wie ich es aus all den Sushi-Restaurants in HCMC kenne. Wie z.B. die Misosuppe, die es im Laomai nur zum Montagabend Special für 56 CHF gibt.
Das letzte Stück Uramaki rutscht mit Soja Soße geschmiert meine Kehle herunter, nach den ungewohnten Gerichten wie Dürum, Pide, Pizza, riesen Cordon-Bleu und Kantinen-Futter, eine leichte Abwechslung. Waehrend ich meine Notizen in meinem verstaubten Moleskine mache, raeumt der Kellner den Tisch ab und blickt waehrenddessen über meine Schulter tief in meine handschriftlichen Anmerkungen. Es blickten auch schon die anderen Leute im Raum und fragten sich schon, was der Mönchskopf da wohl macht. Der Tisch gegenüber von ist besetzt mit drei Personen. Zwei Asiaten und ein Europid. Letztere spricht Englisch mit einem französischen Akzent. Die beiden anderen sprechen untereinander in Schweizer-Deutsch (nochmal angemerkt beide Asiaten), doch mit dem Europiden in Englisch. Das Gesicht des asiatische Kollege hat nach einem Glas Sapporo Bier, die Hautfarbe nach einem Sonnenbrand dritten Grades.
So jetzt aber Schluss und zurück ins Hotel. Morgen ist wieder Aermel hochkraemplen angesagt. In die Tastaturen gehauen. Essen ist auch Arbeit. In diesem Sinne Mahlzeit.
Der letzte Schluck Kirin Bier.
24. May 2010
Beim Kaffee nach dem Mittagessen gabe es heute unter den Kollegen logische Fragespiele. Eine davon möchte ich Euch hier mitgeben, die mir gerade beim Schreiben immer noch den Kopf zerbricht. Die Umstände, wie mein Kollege diese Frage selbst gestellt bekommen hat ist mehr als nennenswert. Er hat es zum ersten Date seiner zukünftige Frau gestellt bekommen. Also nun zur Frage:
“Ein Mann mit eine gewissen Anzahl an Enten, geht in ein Dorf. Er geht von Haus zu Haus verschenkt seine Enten. Dem ersten Haus gibt er alle Enten. Danach nimmt er wieder die Hälfte zurück und geht zum nächsten Haus. Dort geschieht das gleiche, er gibt wiederum alle Enten und halbiert die Menge wieder und geht zum nächsten Haus usw… Em Ende hat er noch eine einzige Ente für sich”
Hier die finale Frage :” Wieviele Enten hat der Mann ursprünglich am Anfang gehabt?”
Eine Lösung habe ich noch nicht.
15. May 2010
Die Sonne senkt sich in Richtung Horizont. Die über den Tag farbenfrohen Türme vergrauen und werfen lange Schatten auf die Stadtadern. Die heisse stickige Luft steigt gegen den Abendhimmel. Die Tagesgeraeusche von schreienden Marktfrauen verstummen und werden mit dem Flackern der Nachtlampen und dem Rascheln der Blaettern ersetzt.
Eine Armee von hechelnden Motoren baut sich auf. Diktiert vom roten Auge erstarren die staehlernen Wesen. Weiss reflektierende Strahlen zeichnen auf dem staubigen Weg die magische Grenze. Kolben schnaufen und Rauch sammelt und verbreitet sich wie ein Nebel über den Blick des roten Auges. Motoren jaulen, heulen und brüllen zum Marsch.
Die Ampel ist grün.

Im heutigen Cochinchine ist es Nacht geworden.
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