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Feines Süschi in Züri?

Wer mich kennt, weiss, dass Gaumenfüllen mit Nahrung zu meinen Hobbys gehört. Sushi, in Deutschland zur Schulzeit, Ausbilundgzeit und Studium nicht zu leisten. An einer Hand abzaehlbar mal in Frankfurt ein Maki, in Wien ein Rolle und das warst auf europaeischen Boden (neben den selbstgemachten von meiner Schwester). In Saigons erster Distrikt befinden sich zahlreichen japanische Delikatessen-Restaurants. Die Menge an Sushi, Soja Soße, Wasabi und Ingwer ist nur noch durch Reis zu toppen.

Nach knapp eineinhalb Wochen in Zürich und Genuss von bleischweren Gerichten, zur Abwechslung eine Sushi-Kost im Laomai Restaurant “Fine Asian Cuisine”. Das Laomai Restaurant befindet sich Gegenüber vom Süd-Eingang des Hauptbahnhofs, das Restaurant winkte mir mit seiner Flagge, mit der japanischen tiefroten Sonne, zu und weckte meinen Appetit auf Sushi. Also dann, Süschi in Züri.

Hier mein privater Mystery Shopping Bericht über das Laomai (Lao heisst übrigens auf Vietnamesisch “Alt” und Mai hat mehrere Bedeutungen, ohne Intonation-Symbole schlecht zu bestimmen.):

“Fine Asian Cusine” kündigt schon mal an, was mich erwartet. Feines Ambiente, das feine asiatischen Küche anbietet. Der Altbau hat zwei Stockwerke. Ich suche am Eingang nach dem Sushi-Menü, erfolglos betrete ich dann doch das Restaurant. Mhhh… auch keine Sushi-Theke zu sehen. Ich erkundigte mich bei der Kassiererin hinter der Theke, die (nicht die Kassiererin) aussah, als stehe man vor einer fettigen Imbissbude auf Raedern. “Fine” ist es auf dem ersten Blick nicht. Aber lassen wir den Schein nicht trügen und ich freue mich auf ein hoffentlich feine Sushi-Auswahl.

Die Imbiss-Budendame weist mir den Weg über die Treppe zum Sushi-Restaurant. Auf der zweiten Essenseben treffe ich auf eine zweite asiatische Kassiererin. Jünger, dunklerer Teint mit einem körperbetonten asiatischen Abendkleid, halblang mit typischem chinesischer Halskragen. Begrüsst wurde ich erstmal nicht. Ein einsames Date ist wohl nicht so üblich hier, dachte ich mir. Ich sehe schon ihre grauen Zellen arbeiten: “Japaner, Chinese, Koreaner oder was ist das für ein Landsmann?”. In Vietnam werde ich von meinen Landsmaennern meisten als Japaner oder Koreaner abgestempelt. Liegt wohl an der Frisur und meiner Korpergröße. Nun, die Kassiererin wusste nicht in welcher Sprache ich ansprechbar bin, so ergreift ihr Kollege ein. Zuerst mit seiner Gestik und dann mit seinen Worten, indem er den Zeigefinger streckt und “one person?” zögerlich fragt. Englisch ist eben doch eine internationale Sprache, auch unter Asiaten ;)

Ich beschloss für mich beim Englisch zu bleiben, um die üblichen Fragen :”Oh, warum sprechen Sie so gut Deutsch?” zu vermeiden. “One Kirin Beer, please!”, rief ich ihm zu, nachdem er mich nach meiner Getraenkebestellung fragte.  Ein Bier aus Japan mit dem Zusatz  “Japan’s Prime Beer” auf dem Flaschenetikett. Waehrend er das Bier aus dem Kühlschrank holt, studiere ich die Sushi-Karte. Maki, Sashimi, Negiri und Temaki… Ich entscheide mich für Uramaki “Spicy Thuna Akami” und “Negi Toro Maki”. Bis meine Sushi-Rollen serviert werden, habe ich Zeit die Raeumlichkeiten zu beobachten. Ein Englischer Oldie im Hintergrund begleiten meinen Blick über das Restaurant. Die westliche Musik laesst den den asiatischen Touch vermissen. Wenn ich mir vorstelle, in Saigon spiele man vietnamesische Folklore im deutschen Restaurant Gartenstadt, da muss ich ein wenig schmunzeln. Das Interieur zeigt noch weniger japanische Züge. Die einzige Dekoration, eine Flasche Soja Soße, laesst anmerken, dass ich mich in einem Sushi-Restaurant befinde. Trotz fehlendem japanischen Flair, scheint die Innendekoration “fine” zu sein. Doch der zweite Blick auf die Staebchenverpackung (Wie heisst das Ding eigentich wirklich? Staebchenpapierhülle, Papierpraeservativ für Staebchen, Staebchensack…) laesst das Restaurant doch nicht “fein” scheinen. “Fast-Fresh-Friendly” schreit es wie die rote Elektronikhandel Discounter Werbung.

Endlich kommt meine Sushi-Rollen. Das Auge ist mit, doch wie ich schon sagte, Schein ist nicht immer Sein. Viel Wasabi wie ich es gerne habe, für scharfe Schüsse in den Kopf. Verwöhnt durch den frischen Sushi in Vietnam, überrascht eine latschige Reiskonsistenz meinen Gaumen. Die Bissfestigkeit des Reises (jap. Kome, Ketan oder Nigishi) ist wohl eher für die dritten Zaehne gedacht. Aber da hat der Koch als Gegenmaßnahme, anstatt trocknem Seetang (jap. Nori) Blaettern, Kautschuk-Blaetter verwendet. Bedauerlicherweise gibt es kein kostenloses kleines Amuse-Bouche, wie ich es aus all den Sushi-Restaurants in HCMC kenne. Wie z.B. die Misosuppe, die es im Laomai nur zum Montagabend Special für 56 CHF gibt.

Das letzte Stück Uramaki rutscht mit Soja Soße geschmiert meine Kehle herunter, nach den ungewohnten Gerichten wie Dürum, Pide, Pizza, riesen Cordon-Bleu und Kantinen-Futter, eine leichte Abwechslung. Waehrend ich meine Notizen in meinem verstaubten Moleskine mache, raeumt der Kellner den Tisch ab und blickt waehrenddessen über meine Schulter tief in meine handschriftlichen Anmerkungen. Es blickten auch schon die anderen Leute im Raum und fragten sich schon, was der Mönchskopf da wohl macht. Der Tisch gegenüber von ist besetzt mit drei Personen. Zwei Asiaten und ein Europid. Letztere spricht Englisch mit einem französischen Akzent. Die beiden anderen sprechen untereinander in Schweizer-Deutsch (nochmal angemerkt beide Asiaten), doch mit dem Europiden in Englisch. Das Gesicht des asiatische Kollege hat nach einem Glas Sapporo Bier, die Hautfarbe nach einem Sonnenbrand dritten Grades.

So jetzt aber Schluss und zurück ins Hotel. Morgen ist wieder Aermel hochkraemplen angesagt. In die Tastaturen gehauen. Essen ist auch Arbeit. In diesem Sinne Mahlzeit.

Der letzte Schluck Kirin Bier.

Der Letzte bekommt nix

Eine Bank wird von 5 Banditen überfallen.  Der erste geht hinein und nimmt die Hälfte aller Diamanten und zwei zusätzliche Diamanten steckt er sich in die eigene Hosentasche. Der zweite geht auch in die Bank und nimmt wieder die Hälfte und steckt sich ebenfalls zwei Diamanten zusätzlich in die eigene Tasche. Der dritte und vierte Bandit verfahren gleich. Der letzte fünfte Bandit bekommt nix. Kein einziger Diamant für den armen Kerl.

Wieviele Diamanten gab es am Anfang zu rauben?

Ist doch logisch?

Beim Kaffee nach dem Mittagessen gabe es heute unter den Kollegen logische Fragespiele. Eine davon möchte ich Euch hier mitgeben, die mir gerade beim Schreiben immer noch den Kopf zerbricht. Die Umstände, wie mein Kollege diese Frage selbst gestellt bekommen hat ist mehr als nennenswert. Er hat es zum ersten Date seiner zukünftige Frau gestellt bekommen. Also nun zur Frage:

“Ein Mann mit eine gewissen Anzahl an Enten, geht in ein Dorf. Er geht von Haus zu Haus verschenkt seine Enten. Dem ersten Haus gibt er alle Enten. Danach nimmt er wieder die Hälfte zurück und geht zum nächsten Haus. Dort geschieht das gleiche, er gibt wiederum alle Enten und halbiert die Menge wieder und geht zum nächsten Haus usw…  Em Ende hat er noch eine einzige Ente für sich”

Hier die finale Frage :” Wieviele Enten hat der Mann ursprünglich am Anfang gehabt?”

Eine Lösung habe ich noch nicht.

Das rote Auge von Cochinchine

Die Sonne senkt sich in Richtung Horizont. Die über den Tag farbenfrohen Türme vergrauen und werfen lange Schatten auf die Stadtadern. Die heisse stickige Luft steigt gegen den Abendhimmel. Die Tagesgeraeusche von schreienden Marktfrauen verstummen und werden mit dem Flackern der Nachtlampen und dem Rascheln der Blaettern ersetzt.

Eine Armee von hechelnden Motoren baut sich auf. Diktiert vom roten Auge erstarren die staehlernen Wesen. Weiss reflektierende Strahlen  zeichnen auf dem staubigen Weg die magische Grenze. Kolben schnaufen und Rauch sammelt und verbreitet sich wie ein Nebel über den Blick des roten Auges. Motoren jaulen, heulen und brüllen zum Marsch.

Die Ampel ist grün.

Motorisierte Orks

Im heutigen Cochinchine ist es Nacht geworden.

Ein Wochenende voller Warterei

Unglaublich aber wahr! Nach ungefaehr 3 Jahren Existenz habe ich nun die hochoffizielle Erlaubnis dem heiligen Blog von Nhan einige meiner Eindruecke hinzuzufuegen.

Ich kann es noch gar nicht glauben, dass er gerade sagte “Schreib doch etwas ueber unser Wochenende in Phan Thiet”.
Bevor er es sich aber doch noch anders ueberlegt, hier meine erste Kurzgeschichte ueber Halong und Hanoi (das Wochenende in Phan Thiet hebe ich mir fuer spaeter auf, vorausgesetzt dieser Artikel wird vom Besitzer des Blogs fuer gut genug empfunden :-) )

Also, Dank King Hung wurde uns ein langes Wochenende beschert, welches wir unbedingt nutzen wollten, um den Norden Vietnams etwas naeher zu erkunden. Fluege nach Ha Long waren schnell und lange im Voraus gebucht und unser Wochenende (drei Tage insgesamt) folgendermassen angedacht: Flug sehr frueh morgens nach Hai Phong und dann mit dem Bus nach Ha Long. Dort eine Bootstour buchen, eventuell sogar mit Uebernachtung auf dem Boot, am naechsten Tag zurueck und mit dem Bus nach Hanoi. Hanoi erkunden irgendwo uebernachten und dann am Sonntag Abend spaet wieder zurueck nach Saigon.
Das lustige: Auch nach 9 Monaten in Vietnam habe ich noch immer nicht gelernt, dass ein Plan nur dazu fuehrt, dass man sich wuenscht man haette besser keinen gemacht… Warum?
Also der Flug morgens um 6 nach Hai Phong ging ohne groessere Verspaetung. Viel haben wir eh nicht mitbekommen, da um 3 Uhr nachts aufstehen noch immer nicht zu unseren Lieblingsbeschaeftigungen gehoert.
Also etwas zerknautscht aus dem Flieger ausgestiegen und erstmal festgestellt: Ziemlich frisch hier so mit Flip Flops und kurzer Hose… Erklaerte schnell, warum alle anderen Jeans und Jacken trugen. Egal. Wir uns also in eine winzige Knutschkugel von Taxi gequetscht. Ziel: Hauptbahnhof, denn es sollte mit dem Zug nach Ha Long gehen. Irgendwie war das dann aber keine gute Idee, denn einen Zug gabs nicht. (Hatte ich vorher was von Plan geschrieben?)

Alternative die bleibt: Der Bus! Mein “Lieblingsverkehrsmittel” in Vietnam, weil immer schoen eng und gut gelueftet.

Nach einem ungefaehr einstuendigen Fussmarsch haben wir uns dann doch die letzen Meter vom Taxi zur Bushaltestelle fahren lassen. Dort ging dann auch relativ schnell der naechte Bus nach Ha Long. Wieder nicht viel mitbekommen von der Fahrt weil ziemlich fertig nach dem Marathon durch Hai Phong auf der Suche nach dem Busbahnhof.
Irgendwann wurden wir dann mitten auf der Schnellstrasse aus dem Bus geschmissen. Ha Long irgendwo am Horizont in Sicht, war das doch schonmal ein recht ein freundliches Willkommen. Wir haben uns dann mit Gepaeck zu zweit auf ein Motorbike-Taxi gequetscht. Vergesst nicht den Fahrer mitzuzaehlen, dann wird klar, warum ich sage gequetscht.

Nach ein paar kleineren Zwischenstationen haben wirs dann endlich zum Hafen geschafft. Nachdem 2 freundlich penetrante Frauen uns ueberzeugten eine Bootstour in ihrem Buero zu buchen hielten wir die Tickets inklusive Uebernachtung auf dem Schiff schon nach einer halben Stunde in den Haenden. Abfahrt um 1, es war gerade halb.
Laeuft doch gar nicht schlecht, oder?
Dann hiess es also eine halbe Stunde warten auf das Boot, oder waren es doch 2? Irgendwann kam auf jeden Fall ein Boot, wir schnell rauf und hofften auf die direkte Weiterfahrt. Es gab dann ein delikates Mittagessen (es gibt auf diesen Touren immer das gleiche) bestehend aus Reis, Fisch, Tofu und ein bissi Gruenzeug). Gutes Timing, denn es war mittlerweile 3 und der Magen leer. Aber ausser den Hafen ein bisschen zu erkunden gings nicht wirklich weit raus mit dem Boot. Um 4 sagte man uns dann wir sollten das Boot wechseln, denn das waere nicht zum Ubernachten gedacht. Wie auch, hatte ja gar keine Kabinen… Wir also runter vom Boot und auf ein anderes, eine weitere Stunden den Hafen erkundet – yes, den hatte ich mittlerweile ja schon ungefahr fuenf-und-troelfzig mal geknipst.
Irgendwann gings dann doch endlich los.

Ha Long ist wirklich wunderschoen, und wir wurden trotz 4 stuendiger Verspaetung und kurz vor der Daemmerung mit einem gigantischen Blick belohnt. Die Luft war total klar und man konnte wirklich weit sehen. Noch zwei Tropfsteinhoelen erkundet und dann gings schon auf den Weg zur Nachtstation.

Fuer alle die mal nach Vietnam kommen – Ha Long ist wirklich einen Abstecher wert. Die kleinen Inseln sehen genauso aus, wie man sie aus dem Internet, Buechern oder dem Fernsehen (James Bond war auch schon hier) kennt. Wirklich beeindruckend.

Was wahrscheinlich einfach nur jeder braucht ist jede Menge Geduld und keine Vergleichserwartung mit den Fotos aus den Katalogen. Die Kabinen waren zweckmaessig aber nicht wirklich beeindruckend.
Beim naechsten Mal werden wir wohl nur eine Tagestour buchen und die Nacht in einem Hotel verbringen. Aber nicht nur das bessere Wasser, dass wahrscheinlich in einem Hotelzimmer aus der Dusche kommt waere ein Grund, sondern auch, dass man da aller Wahrscheinlichkeit nicht “Freiluft-Pinkeln” muss. Ja, richtig, Freiluft-Pinkeln. Was Duong und Nhan als “ist doch nicht schlimm” und “warum regst du dich auf” bezeichnen ist fuer Frau, die anscheinend auch noch gerade mit den Nachfolgen des koestlichen Mittagessens zu kaempfen hat, nicht wirklich lustig. Das Klo hatt zwar eine Tuer, die ging aber nicht zu und so konnte man von der Toilette aus beim Pinkeln oder was auch immer den anderen Passagieren auf den anderen Booten zuwinken. Ist das Abenteuer, oder Vietnam? Oder beides? Oder vielleicht einfach nur ein besonders lustiges Management, dass gerne Auslaenderpopos knipsen moechte?
Keine Ahnung, ich hab auf jeen Fall noch nie so lange nicht gemusst. Erst als die ersten beiden Biere am Abend geleert waren ging ich dann doch etwas energischer auf die Suche und wurde belohnt mit einer Mitarbeiterkabine ohne Licht.
Wo ist nur in diesem schwarzen Raum das Klo? Ein Minifeuerzeug aus der Kabine hilft zumindest bei der Groborientierung. Beim Feintuning hofft man dann auf langjaehrige Erfahrung :-)

Aber so bloed oder lustig diese Geschichten auch sind, es gehoert dazu.

Aber nun zum Titel des Blogs – die Nacht war gerade rum, wir hatten uns mit einem guten Fruehstuck bestehend aus einem fuenftel Ruehrei und trockenem Toast mit Marmelade gestaerkt, gings auch schon wieder auf den Rueckweg.
Einmal noch kurz Halt gemacht mit dem Kommentar: Hier koennt ihr euch ein Boot mieten und die Hoehle erkunden in der  der 007 gedreht wurde. Cool, da machen wir doch mit. Als wir schon fast mit dem ersten Fuss das Boot verlassen hatten kam dann das Kleingedruckte: Wirklich anschauen kann man sich die Hoehle gerade nicht, weil es ist ja Flut. Warum sind wir nochmal hier? Aber davor rumudern waere doch auch schoen. Mmhhh, aber nicht wenn man mit dem Boot sowiso schon direkt vor der Hoehle ankert.
Also kurz warten, wie schon am Tag zuvor auf die Tickets, das Boot, das Mittagessen und das andere Boot und die Verteilung der Kabinen und dann zurueck zum Hafen. Was dann kam war: Richtig warten auf das Mittagessen – ratet mal was es gab! – und dann – Warten auf den Bus. Ich glaube an dem Tag haben die Hexen nicht so kaeftig geruehrt, wie Nhan das gerne beschreibt und wir waren mit Warten bestraft.

Irgendwann kam dann aber doch noch der Bus und hat uns in 5 Stunden nach Hanoi gefahren.
Wies da war schreib ich, wenn ich darf, ein anderes Mal, ist doch laenger geworden als gedacht.

Also ich hoffe Euch gefaellt mein “Erstes Mal”.
Bis bald Bine


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