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03. May 2010
Warum dritte? Es ist meine dritte Wohnstaette innerhalb von einem Jahr aber der zweite Teil der vorherigen Kurzgeschichte.
Nun wie ging es weiter? Eine Besichtigung mit einem Herrn David, der sich auch als halbwissend herausstellte war sehr vielversprechend. Das Apartment liegt am Saigon Fluss und hat einen eigenen Pool. Neubau und daher in top Zustand. Innerhalb von ein bis zwei Tagen haben wir uns für eine Wohnung in diesem 4S-Riverside Garden entschieden, weil wir bis dato nix besseres gesehen hatten. Es ging nun an die Vertragsverhandlung, nach 3-4 maligem hin und her, war der Vertrag auch für uns annehmbar bzw. “vertraeglich”. Zum Tag der Vertrags-Unterschrift hat der Apartmentbesitzer abgesagt weil sie die Wohnung nicht für 3 Personen vermietet. Son Quatsch, dachten wir uns. Was der eigentliche Grund war steht in den Sternen geschrieben. Nachdem unser Herr David die Vermieter nicht so wirklich in Griff hatte, habe ich nach neuen Apartments im gleichen Block gesucht und fand das Unternehmen NAC Real Estate, was sich am Ende als sehr vorteilhaft herausstellte, da diese Firma das Riverside Garden komplett verwaltet.
Das große Aber kommt jedoch noch. Der zweite Versuch ein Apartment hier zu mieten ging auch in die Hose. Ich glaube man sollte hier in Vietnam seine deutsche Genauigkeit zu Hause lassen, zumindest wenn man etwas von jemanden will. Warum? Zu viele Bedingungen stellen am Anfang, ist anscheinend ein Warnzeichen für den Vermieter, dass es sich um schwierige Mieter handelt. Auf diese Art und Weise kamen wir also auch nicht an unsere Wohnung. Aber aller guten Dinge sind ja bekanntlich Drei. Manchmal drehen eben doch irgendwelche überirdischen Hexen oder Kraefte am Rad des Schicksals (habe ich gerade irgendwie aus dem Buch von Kafka am Strand). Die letzte Wohnung ist größer, gleicher Preis wie die vorherigen und die Vermietung geht direkt über NAC.
Schnappschüsse:
21. April 2010
… keine Lebensgemeinschaft. Aus diesem Grund haben wir vor 6 wochen entschieden aus dem Miethaus der Firma auszuziehen. Wie sucht man also hier in Vietnam nach einer Mietwohnung bzw. Miethaus? Es gibt 3 Möglichkeiten:
- Auf eigener Fauss ohne Plan drauf los fahren mit der Annahme, dass das Glück einem zu Schildern mit der Aufschrift “zu vermieten” führt.
- Man sucht sich einen ortskundigen Makler in seiner Gegend aus.
- Man sucht wie jeder andere heutzutage im Internet. (was bei Immobilien in Vietnam noch nicht normal ist, sondern 1 oder 2 eher in Frage kommt)
Unser ersten Gehversuche lernten wir durch Möglichkeit 3. Jedoch fanden wir schnell heraus, dass bei all den Objekten, die wir uns aussuchten, irgendein halbwissender Makler dahinter steckte. Unser Ziel war gewesen, mindestens 2-3 Apartments zu begutachten, um uns erst mal Überlick über Zustand und Kosten zu erhalten. Bei der ersten Maklerin, hatten wir insgesamt 2 Wohnblöcke besichtigen können. Jedoch blieb es nur bei einem. Weshalb? Hier die Kurzgeschichte:
Wir saßen am nach Abwasser wohlriechenden Fluss und tranken in der spaeten Mittagssonne das neue Tiger Crystal. Ja auch hier ist Bier in Gold, Silber und Light à la Becks Gold angekommen. Etwas leichter und süffiger im Geschmack und fliesst schneller die Gurgel herunter. Dazu einen kleinen Snack “Bò lúc lac khoai tây chiên” und gekochten Mini-Eiern (fragt nicht was das für welche sind), haben wir auf einen Kumpel von Dương gewartet – der uns bei der Besichtigung begleitet hatte. Glücklicherweise ist er in der Gegend aufgewachsen und konnte uns vorab schon einige Tipps geben. Diese Tipps begrenzten sich auf :”Ne, lasst mal, wohnt lieber nicht hier, es ist zu gefaehrlich in dieser Ecke!”. Ich bin kein Freund von Angstmacherei, doch nachdem er es wirklich einige male versucht hatte uns abzuraten, war die Apartment Besichtigung des Phu My Wohnblock nur noch pro forma.
Nach einer Fahrt durch Irrgassen (Gibt es eigentlich ein deutsches Wort für einen Weg, der noch kleiner ist als eine Gasse?), trafen wir auf das Phu My. Die Maklerin hat schon auf uns gewartet. Auf dem Weg zum Fahrstuhl warfen wir kritische Blicke auf die Umgebung des Wohngebietes und die Außenschale des Gebaeudes. Verglichen zu den Wellblechhütten, die es hier in HCMC tausendfach gibt, ist Phu My gar nicht so schlecht.
Die unangenehme Totenstille im Fahrstühlen, ist keine kulturelle Eigenart der Deutschen, sondern ganz klar ein interkultureller Habitus, seit dem Fahrstühle erfunden wurden. Ausgestiegen aus dem von der Morgen- und Mittagssonne aufgeheizten Fahrstuhl, stoppten wir vor eine Wohnungstür, die mit einer zusaetzlichen Sicherheitsschiebetür ausgestattet ist. Doppeltgemoppelt haelt wohl besser. Die Maklerin klingelte und es dauerte ein bis zwei Minuten, bis jemand die Tür aufschloss. Ein Schatten huschte im Türschlitz hin und her, es knackst und man hört den Schlüssel sich zweimal drehen. Ein aeltere Damen mitte Vierzig öffnete uns die Türen. Ihr Blick verraet uns, dass sie keine Auslaender erwartet hatte. Uns kam der Geruch von kaltem Rauch entgegen, was uns den starken Zigarettenkonsum des Vormieters verraet. Die Entscheidung war schnell gefallen, Nein. Nicht nur die Wohnung stinkte, sondern auch der Preis. 550 USD für ein Wohnung, in der wahrscheinlich in dem verschlossenen Zimmer eine alte Oma vor sich hinvegetierte, eine Annahme die wir machten, da uns das Zimmer nicht zur Begutachtung aufgeschlossen wurde, überzeugte uns nicht sehr. Zudem waren wir schon durch den Ratschlag des Kumpels voreingenommen.
Der Abschied viel uns nicht schwer und so zogen wir los, auf zum naechsten Wohnblock. Halbwissender Makler, hatte ich oben geschrieben. Auf diese Maklerin trifft eher wissenslos zu. Begründet durch die Tatsache, dass sie einen Fahrer, brauchte, der ihr den Weg zum naechsten Wohnblock zeigte und sie kutschierte. Zudem wusste sie nicht mal wo sich das Apartment in dem Wohnblock befand. Aber soweit kamen wir nicht. Warum?
Angekommen am Wohnblock, trafen wir erstmal auf einen langen Motorbike Parkplatz, der sich direkt vor dem Eingang befand. Nun standen wir wieder vor einem Fahrstuhl, nur unterscheidet sich dieser mit dem Vorhergenden, dass er in ein Wohnhaus installiert ist, das mal grundsaniert werden sollte. Zusaetzlich noch eine Art Mafia, vor dem Eingang des Hauses herum lungerte. Diese drei Genossen, passten auf, dass ja keiner den Fahrstuhl kostenlos benutzen darf. Genau, ihr lest richtig “kostenlos”. 1000 VND, sollte es pro Kopf kosten. Ich lachte nur und drehte mich schnurstracks um. Zielgerade in die Richtung aus der wir gekommen sind. Um die Logik nochmals nachzuvoll ziehen, wir ziehen da ein, bezahlen Miete für eine Wohnung, die sich in diesem Objekt befindet. Um in die Wohnung zu gelangen, benutzt man ein Fahrstuhl, der nun nochmals was kostet. Pro Person! Ja klar, logisch machen wir doch Frau Maklerin. Ein Dankeswort und sie sah nur noch unserer Staubwolke nach.
Wie wir zu unserem jetztigen Apartment gekommen sind, erfahrt ihr im naechsten Beitrag.
In diesem Sinne gut gewohnt ist halb gelebt.
Ein Bild zum Vorgeschmack:

Nachtsicht und -Blick auf Saigon in Richtung Nord-Westen. Vom Balkon unserer neuen Wohnung.
25. March 2010
Zwischendurch mal wieder etwas Technisches.
Nach langem recherchieren und Testen nun die ersten Erfolge. Wer schon mit Google Docs gearbeitet hat, wird sich sicherlich wundern, wie man die Inhaltsangabe richtig nummeriert. HTML hat einige Nachteile in diesem Zusammenhang. CSS 2.
/* * Style TOC * */
#WritelyTableOfContents ol {
counter-reset: section;
}
#WritelyTableOfContents li:before {
counter-increment: section;
content: counters(section,".") " ";
}
Den Typ vorher auf “None” setzen, da sonste die Laufende Nummerierung doppelt erscheint.
Kapitel Nummerierung
/* * HEADLINES * */
h1, h2, h3, h4, h5, h6 {
padding-bottom: 0pt;
margin: 1em 0 0.3em 0;
}
h1 {
font-size: 11pt;
counter-increment: counter-h1;
counter-reset: counter-h2;
}
h2 {
font-size: 10pt;
counter-increment: counter-h2;
counter-reset: counter-h3;
}
h3 {
font-size: 10pt;
counter-increment: counter-h3;
counter-reset: counter-h4;
}
h4 {
font-size: 10pt;
font-weight: bold;
counter-increment: counter-h4;
counter-reset: counter-h5;
}
h1:before {
content: counter(counter-h1) " ";
color: #000;
}
h2:before {
content: counter(counter-h1) "." counter(counter-h2) " ";
color: #000;
}
h3:before {
content: counter(counter-h1) "." counter(counter-h2) "." counter(counter-h3) " ";
color: #000;
}
h4:before {
content: counter(counter-h1) "." counter(counter-h2) "." counter(counter-h3) "." counter(counter-h4) " ";
color: #000;
}
04. March 2010
Auf Irrwegen haben wir eine touristische Attraktion entdeckt. Zu zweit in einer Holzbadewanne mit heissen Schlamm. Komisch aber wenn es schön macht
. Es war auf jedenfall lustig zu erfahren wie das sich so anfühlt. Natürlich mit hunderten von Vietnamesen um einen.
19. February 2010
Reisen in Vietnam ist ein Abenteuer für sich, selbst wenn wir in Vietnam leben. Bucht man keine Tour, sondern nur eine Hin- und Rückfahrt nach Nha Trang, muss man sich erst mal im Bus-Wald im Backpacker-Viertel durchkämpfen. Neben einem Wald von Bussen quetschen sich noch zahlreiche Reiseunternehmen. Phuong Trang, Hanh Travel, Sinh Travel und T.M. Brothers, um ein paar Große genannt zu haben. So, wie finden wir nun unseren Bus, wenn das Reisebüro, in dem wir die Bus-Tickets gekauft haben an Tet zu hat? Ein Glück steht auf den Tickets eine Nummer des Reisebüro Direktors, Herr Cong. Beim ersten Anruf hat er gleich mal aufgelegt! Wenn man hier was will, da muss man hartnäckig bleiben. Nach dem zweiten Versuch, rückte er schon mal einen Namen des Busunternehmens raus — Phuong Trang. Pustekuchen, ein Mitarbeiter von denen konnte mit unseren Tickets nichts anfangen. Es war schon nun kurz vor Acht und um Acht ist Abfahrtszeit nach Nha Trang! Dritter Anruf: “Ich habe bei Ihnen ein Ticket gekauft, in ihrem Büro!” Blitzartig änderte sich seine Tonlage und er sprach mit mir, man mag es kaum glauben. So kamen wir doch noch zu unserem Bus. Einem Liegebus. Für ca. 400km brauchten wir knapp 12 Stunden. Saigon, Phan Tiet, Mui Ne, Phan Rang und dann endlich in der Nacht Nha Trang erreicht. Man könnte nun denken, Nhan und Bine dürfen sich nun gemütlich in ein Hotelzimmer einquartieren. Doch Pustekuchen die Zweite! Das vorreservierte Hotel, das wir schon vor 1 Monat von unserer Ankunft informierten, antwortete am Telefon nur mit einem “ausgebucht”. Kein Hotel also, nun mussten wir noch ein Hotel finden, und das an Tet. Aber erfahrungsgemäß bekommt man egal an welchen Feiertagen ein gutes, preiswertes Hotel oder Gästehaus. So war es auch gewesen. In einer kleinen Seitengasse (vietn. Hẻm) fanden wir nach 30 min. Suche ein kleines Gästehaus mit dem Namen “Diva”. Der Besitzer war zufälligerweise ein deutscher Landsmann, mal wieder.
Der Helmut aus Ostdeutschland mit seiner vietnamesischen Frau haben sich ein echt schnuckliges Gästehause aufgebaut. Man sieht an der Einrichtung die deutsche Maßarbeit und die Liebe zum Detail. Also wer mal in Nha Trang vorbei kommt und die Lebensgeschichte von Helmut hören will, macht einen Stop im Gästehaus Diva (Hung Vuong Strasse 12/24A). Schaut aber das ihr rechtzeitig euch ankündigt, denn 8 Zimmer sind schnell ausgebucht. Eine Webseite hat das Gästehause noch nicht, so Helmut zu uns.
Was gibt es noch sonst eigenartiges zu berichten? Ah ja, die Seilbahn nach Vinepearl Island. Wer riesige schwarzköpfige Menschenlavinen nicht bevorzugt, lässt es lieber bleiben oder ist am Morgen der erste an der Pforte zur Seilbahn. Da spricht man nicht mehr von Kollektiver Intelligenz sondern von verdummter Batch-Verarbeitung. Wie mit Schneeschiebern werden die Massen von einer Stelle zur anderen Stelle geschoben. Wer nicht die Geduld für die unendliche Warteschlange zur Seilbahn hat, darf alternativ die Fähre nehmen. Die Hilfskräfte sind dem Ameisenhaufen und -Straße hilflos ausgeliefert. Da helfen auch keine Abgrenzungen oder Geländer. Bine’s Gesicht war zwischendurch einfach nur ausdruckslos vor so vielen Menschen. Es ist nicht mal die Masse, sondern manch Vietnamese bildet sich ein, er sei alleine in einer Warteschlange. Dieser Irrglaube führt dazu, dass sein Ellenbogen, Füße, überfüllten Taschen mit Nahrung, die Person neben ihm in die Quere kommt. Dazu kommt noch, dass Toiletten anscheinend für mancheiner nur zur Dekoration existieren. Hinter unserer Sitzbank auf der Fähre (wir konnten die Warteschlange leider nicht erdulden) entlies eine Mutter indirekt die Harnflüssigkeit ihres Babies auf den Boden, obwohl der Raum für solche Bedürfnisse gleich 3 Schritte entfernt lag. Übrigens, im Liegebus hatte eine Frau ihr Bedürfnisse auch nicht lange auf sich warten lassen und ihr Revier an den Stufen der hinteren Bus-Tür makiert, was als weibliches Wesen schon mal zu kritisieren wäre.
Auf der Vinepearl Insel gibt es eigentlich nichts besonders, was 0815 Touristen wie wir noch nicht kennen. Doch es braucht 28 Jahre eine Wasserrutsche mit Gummi-Matte, weitere Rutschen (gelb, blau, schwarz und grün) zu testen. Meine letzte Rutsch-Erfahrung liegt im Miramar. Unterhaltung gibt es in Vietnam immer, es braucht nur eine handvoll Einheimische und der Spaß kann beginnen. Augen auf machen, beobachten und die kulturellen Eigenarten der Bewohner mit einem Lächeln auf sich einwirken lassen.
Das war der erste Teil von Nha Trang. Ein zweiter folgt eventuell. Sitze gerade in der Diva-Lobby und das verdaute Essen im Magen ruft. Was der Schlamm im Titel zu tun hat? Das nächste mal, bis dahin xin chào!
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