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T-Shirt, Handy und Gitarre

Heute habe ich Post bekommen.  Mein FuCamp T-Shirt ist im Büro eingetroffen und es sieht prächtig farbenfroh aus. Das werde ich dann gleich mal im Herbst (wenn man hier in Vietnam davon sprechen kann), wenn das BarCamp Saigon statt finden wird, anziehen und das FuCamp in Vietnam repräsentieren ;)

Was ist sonst noch passiert? Ich war letztes Wochenende in Bien Hoa, die Stätte meiner Geburt und 2,5 Jahre Kindheitserinnerungen, von denen ich nur vom Hören-Sagen etwas weiß. Samstags Abends den Onkel vom Flughafen abgeholt, der mit Tante in China für 8 Tage auf Reisen war.  Dort etwa 1 Stunde gewartet bis der Flieger gelandet ist und so gegen 22:30 Uhr wurden wir von einem Freund des Onkels mit dessen Auto chauffiert worden. Um Mitternacht sind wir dann angekommen. Ich kann mich kaum noch an die Gegend erinnern. Es sind ja auch über 12 Jahre her, seit dem ersten Besuch in Vietnam. Damals gab es den neuen Flughafen nicht, die Motorbikes gabe es auch nicht in der Masse, Mobiltelefone waren auch nicht bekannt und viele Straßen waren ungepflaster bzw. geteert.

So ging es von einer Verwandtschaft zur anderen. Und was durfte bei Vietnamesen nicht fehlen? Essen und Trinken. Mit dem Onkel ging es am Sonntag in eine Restaurant. Die Tante hatte den halben Schnapsschrank in der Handtasche mitgenommen. Rotwein & Schnaps von zu Hause, das wir dann einfach auf den Tisch ausgepackt haben. Dazu gab es Grapefruit Wein, irgendwie war alles da mit Grapefruit, da es sich um ein Grapfruit Restaurant handelte. Voll gefressen und warm vom Schnaps fuhr mein Cousin Long zu den Geschwistern väterlicherseits. 4 Tanten waren zu besuchen. An jeder Station durfte ich natürlich die gleiche Geschichte erzählen. Was machst du hier? Was arbeitest du hier? Bist du schon verheiratet? Wieviel verdienst Du? Letzteres hat mir nicht so gepasst, was ich auch so direkt gesagt habe.

Zuletzt dann Abendessen bei der ältesten Tante. Am Ende saßen wieder die Männer beisammen und aßen und tranken. Die Frauen tauchten ganz unauffällig unter, was ich irgendwie schade finde. Das letzte Schluck Bier ging dann so kurz vor 21:00 Uhr den Rachen runter. Danach fuhr mich einer der zahlreichen Cousins zu meinem Onkel. Da der Sohn von ihm Long mich am frühen Montag Morgen nach Saigon fuhr. Eine lange holprige Strecke von ca. 40 km, die mit dem Motorbike ca. 1 Stunde dauerte. Bis vor den Eingang des Büros hat er mich gefahren. So dass er am Ende meine Wohnung und nun auch meine Arbeitsstelle kennt, von dem er dann zu Hause schildern konnte.

Ach ja, übrigens ich habe mir eine Gitarre gekauft. Vietnamesische Handarbeit vom feinsten, keine Kopie sondern wirklich originale Ware. Gerade mal 1 Mio VND gekostet, was bei den aktuellen Kurs ca. 40 Euro sind. Dazu habe ich eine einfache Tasche und 1 Plektrum. Zusätzlich habe ich mir noch ein Satz Saiten gekauft. Man weiß ja nie. Und hier ist das schöne Stück:

Handgemachte Gitarre aus Saigon

Und als kleines Willkommensgeschenk gab es vom Onkel ein gratis Nokia Handy. Ein Modell, das ich in Deutschland noch nicht gesehen habe.

Leguan musste bluten

Quelle: Wikimedia, Christian Mehlführer

Quelle: Wikimedia, Christian Mehlführer

Ich knüpfe gleich an den vorhergehenden Artikel. Essen, ja gestern Abend wurde das ganze Projektteam vom Kunden eingeladen, da Christoph und Ich uns mit J.J. (ich lasse ihn mal anonym) ganz gut verstanden, hat er uns auch zum Essen beordert. Nach der Arbeit saßen wir zusammen in einem Restaurant ca. 5 min von der Arbeit weg. 12 Leute waren wir im kleinen VIP Raum eingesperrt. Zögerlich fing es an. In der einen Ecke die vietnamesischen Jungs und auf der Gegenseite die Wessis. Alle tauchten ihre Gesichter tief in die Menukarte und versuchten ein passendes Essen auszuwählen. Die Landsmänner war da ganz schnell. “Em ơi! Đat món nằy cái!” Dabei mit dem Finger auf der Karte das Essen lokalisiert. Nun ist nichts Besonderes, meint ihr. Unser Kunde der schon in einigen Ländern dieser Welt gearbeitet und gelebt hat, ist ein Alles-Probierer. So fragte ich den Kellner, ob er etwas Außergewöhnliches habe.

Gegrillten Leguan. Doch das vietnamesische Wort verstand ich nicht. Und wie erklärt man das am besten? Eine Live-Version lag unten in der Küche, erwähnte der Kellner beiläufig. Ich natürlich gleich in die Runde, ob wir mal sehen wollen, was das wohl sei. 2 Minuten später, et voilà!!! Ein grüner Leguan ca. 60cm lang. Die Entscheidung brauchte nicht lange. Zwei in Salz und Chili mariniert auf den Grill! Okay, das kann für den einen oder anderen auch nicht sehr besonders klingen. Haltet euch fest!

Der Kellner hatte wohl seinen kreativen Tag gehabt. “Möchten Sie gerne das Blut des Leguans mit Schnaps trinken?”, schlug er vor. Uuuuuuui, dachten wir sogar die Einheimischen. Na gut, wenn schon denn schon. In weißen Schnaps verdünntes Leguan-Blut mit Ingwer und so eine grüne Flüssigkeit (auch irgendwas vom Leguan). In kleinen Schnaps Gläsern und runter damit. 1, 2, 3 Proscht!!!

Mal sehen, was es alles noch zu probieren gibt.

P. S.: Damit das Reptil sich auf dem Esstisch nicht so einsam fühlte, gesellten sich vorher noch drei Frösche dazu.

Essen, essen und nochmal fressen

Der Alltag ist hier wirklich eingekehrt. Ein geregeltes Leben, morgens aufstehen und abends nach Hause kommen. Und worum dreht es sich ständig? Genau, ums Essen. Morgens ohne Frühstück aus dem Haus, hinten auf dem Motorbike von Chris in Richtung Arbeit. Um 10 knurrt der Magen und noch ca. 2 Stunden bis zum Mittag warten. Zwischendurch mit Wasser und Kaffee den Magen füllen, dass er nicht gleich schreit. Abends geht es darum, ja was essen wir denn zum Dinner? Was kochen, auf der Straße essen? Mmmmh… die große Frage wie fast jeden Abend.

Heute war ich wieder mit Chef und Kunden essen. War wieder lecker. Der Kunde, ein sehr lockerer und netter Mensch testet alles gerne. Wir sprechen von Hunde-, Krokodil, Frosch-, Schlangefleisch etc. Er mit großen Augen und einem lächelndem Nicken. Am Mittwoch ist Party angesagt. Der Kunde schmeisst eine Runde Team-Building Event, ich bin auch eingeladen. Fühle mich geehrt ;)

Am Wochenende geht es wahrscheinlich in Richtung Cu Chí. Ein Ort an dem man die berühmten Tunnel Systeme der Viêt Côngs sehen kann. Nicht aus politischem Interesse sondern eher aus Neugierde.

Das erste Sommergewitter in Saigon

Und ich dachte diese Hitze bleibt durchgehend bis zum Beginn der Regenzeit an. Früh morgens aufgestanden und wieder mit dem Bus in District 1 gefahren. Leider habe ich anstatt der Linie 18, die Linie 24 genommen. Das habe ich erst an der Endstation bemerkt. Da ich dann nicht wusste wo ich bin, durfte mich ein Taxi an das New World Hotel kutschieren. Dort traf ich Arun, der Bruder eines Arbeitskollegen aus der Französischen Schweiz. Ein angenehmer Geselle, der gerade sein Ph.D in Jura macht.

New World Hotel bei Nacht

So verbrachten wir den ganzen Tag in Saigon. Erkundeten die insgeheime Hauptstadt Vietnams zu Fuß. Entlang am Saigon Fluss über ein Brücke und zurück, währendessen frische Mangos und frischen Saft aus einer geköpften Kokusnuss genossen. Kurzer Stop in einer Sushibar, um die Mittagssonne zu vermeiden. Eine Sushibar, in der vietnamesische Bedienungen dich auf Japanisch begrüßen. Ohne was zu Essen haben wir allen Service erhalten. Erfrischungshandtuch, Zwiebel in Thunfischpaste und kostenlosen Grünen Tee mit Eis. Letzteres wurde ständig aufgefüllt ohne, dass wir was sagten. So verschanden wir ganz schnell, damit das Glas nicht wieder bis zum Rand voll neben einem steht.

Danach ein Abstecher in den Zoo. Da muss ich nach Vietnam gehen, um einen richtig großen Zoo zu erleben. Viele Tiere gibt es da nicht. Nilpferde, Löwen, Tiger eben, das übliche. Schön sind die Gärten. Auffallend waren auch die turtelnden Päarchen, die sich in Pavillions oder auf Granitbänken nieder liesen.

Schnurgeradeaus ging es dann nach dem Zoo weiter in Richtung Notre Dâme und Post Office, die ich schon letzte Woche gesehen hatte. Doch dieses mal mit etwas mehr Zeit. Und da hat auch schon der Regen angefangen. Zu Beginn haben wir uns noch unter dem Eingang der Notre Dâme vor der Nässe geschützt. Bei kleinen Bananen vom Strunk überbrückten wir die Wartezeit. Doch der Regen ließ nicht nach. Wir also weiter zum “Independence Building”, ob es wirklich eins ist, ist wieder eine andere Sache. Angekommen, wurde der Regen heftiger. So stellten wir uns unter und trafen einer blonde Amerikanerin mit Dreadlocks. Der typische Backpacker, offen für die Welt und von null eine Ahnung (letzteres nehme ich nur von ihr an). Nett war das Gespräch trotzdem. Danach war auch Zeit für Essen.

Ich mach es kurz. Spare Ribs & Canh Chua, Tischnachbarn aus der Nähe von Berlin. Nacken und Kopfmassage für 1 Dollar und zurück nach Hause.

Die armen Vegetarier

Keine Lust viel zu schreiben. Aber wem fällt was auf?

Essensplan Studentenwerk Hannover

Essensplan Studentenwerk Hannover

Mehr Fleisch gibt es unter: http://www.studentenwerk-hannover.de

Da könnte sich die Mensa in Furtwangen etwas abschneiden ;)